Kommentar über die CDU in Thüringen

Letzter Versuch

Mike Mohring und seine CDU konnten das clevere Angebot vom ungeliebten Linken Bodo Ramelow nicht vorbehaltlos ablehnen, schreibt Hans-Ulrich Brandt.
18.02.2020, 18:19
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Letzter Versuch
Von Hans-Ulrich Brandt
Letzter Versuch

Mike Mohring, CDU-Fraktionschef in Thüringen.

Martin Schutt

Die Thüringer CDU, allen voran Mike Mohring, hat sich mächtig verzockt. Eigentlich sollte es für sie jetzt um Schadensbegrenzung gehen – so schnell und geräuschlos wie möglich. Doch selbst dazu können sich die Christdemokraten in Erfurt kaum durchringen. Was aber bleibt ihnen? Die Lage stur aussitzen zu wollen und damit Thüringen unregierbar zu machen, ist keine Alternative. Mohring kann seine verquere Parteitaktik nicht länger über die Interessen des Landes stellen. Dazu ist auch der Ruf nach Neuwahlen viel zu groß.

Klar, bei einer erneuten Wahl wird die thüringische CDU aller Voraussicht nach abgestraft werden. Mohring versucht deshalb mit allen Mitteln, Zeit zu gewinnen. Den politischen Preis für dieses Fiasko aber wird seine CDU früher oder später dennoch zahlen müssen. Auch wenn Mohring das clevere Angebot vom ungeliebten Linken Bodo Ramelow als vergiftet empfunden hat, er konnte es nicht vorbehaltlos ablehnen. Christine Lieberknecht ist eine gute Kandidatin für eine Ministerpräsidentin des Übergangs. Mohrings Bedingungen sind sein letzter Versuch, Neuwahlen bereits Ende Mai zu verhindern.

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