Kommentar über Wahlwerbung im Netz

Licht im Netz

Die von Facebook angekündigten Auflagen für politische Werbung auf dem Portal und auf Instagram sind nötig. Doch Skepsis bleibt, kommentiert Carolin Henkenberens.
29.03.2019, 20:44
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Licht im Netz
Von Carolin Henkenberens
Licht im Netz

In den Sozialen Medien können Nutzer Werbung empfangen, welche unter Umständen Falschinformationen enthält. Dies ist besonders gefährlich, wenn wichtige Wahlen anstehen. Für die kommende Europawahl möchte Facebook die sogenannten "Dark Ads" verhindern.

Armin Weigel, dpa

Das Königreich spare 350 Millionen Pfund pro Woche, wenn es aus der EU austritt – diese Falschinformation geisterte im Brexit-Wahlkampf auf Facebook. Das Fatale: Diese „Dark Ads“ (dunklen Anzeigen) wurden nur denjenigen angezeigt, die ein Algorithmus für empfänglich hielt. Wie oft und von wem die Behauptung verbreitet wurde, blieb unklar.

Dass Facebook solche „Dark Ads“ bei der Europawahl nun verhindern will, ist deshalb mehr als nötig. Es ist gut, dass Verbraucher seit Freitag in einer „Werbe-Bibliothek“ sämtliche Anzeigen eines Profils abrufen können. Dort soll es bald weitere Infos geben, etwa, wie viel Geld ein Nutzer bisher für politische Werbung ausgegeben hat. Dafür ist nicht einmal ein Facebook-Konto nötig. So viel Transparenz gibt es in der analogen Welt nicht. Jetzt müssen die Wähler die Funktion nur nutzen.

Doch Skepsis, ob die angekündigten Identitätskontrollen wirklich funktionieren, bleibt. Für die USA gelten die Regeln schon, nach denen offen gelegt werden muss, wer eine politische Anzeige bezahlt. Journalisten des Magazins „Vice“ gaben sich als Islamischer Staat aus – und hätten werben dürfen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+