Auftritt an Uni Frankfurt

Macron möchte "Koalition des guten Willens" in Europa

Zwei Wochen nach seiner viel beachteten Europa-Rede hat der französische Staatspräsident Emmanuel Macron in Frankfurt am Main wieder vor Studenten gesprochen. Sein Credo: Mehr Einheit in Europa!
10.10.2017, 15:02
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Macron möchte "Koalition des guten Willens" in Europa

Emmanuel Macron spricht an der Universität Frankfurt am Main

dpa

Bei einem Besuch an der Frankfurter Universität hat der französische Präsident Emmanuel Macron die Notwendigkeit für mehr Einheit in Europa betont. Der Gedanke der staatlichen Souveränität sei zu sehr verbreitet in der Europäischen Union. "Wir haben drei Zielsetzungen für das Projekt Europa. Freiheit, Souveränität und Einheit", sagte Macron. "Wir haben dieses Projekt allein dem Feld der Souveränität überlassen." Die Marktwirtschaftlichkeit und die Kultur sei von Europa etwas vernachlässigt worden.

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"Ich denke, dass wir eine Koalition des guten Willens schaffen müssen", sagte Macron. In Bezug auf die Einheit in Europa habe man in der vergangenen Zeit etwas den Faden verloren in Europa. Er betonte, das es das, was wir in Europa hätten, nicht in den USA und nicht in China gebe. Europa sei eine nie da gewesene Möglichkeit, Frieden und Vielfalt zu schaffen.

Macron knüpft mit seinem Auftritt an eine Diskussion mit Studenten an der Pariser Sorbonne vor zwei Wochen an. Seine dortige Rede hatte für viel Aufmerksamkeit gesorgt, weil er darin eine neue Vision für Europa gefordert hatte. "Was Europa am stärksten zusammenhält, werden immer die Kultur und das Wissen sein“, hatte Macron in der Sorbonne gesagt. Europa solle aus seiner Sprachenvielfalt einen Vorteil machen und diese nicht beklagen.

Seine Forderung: Mehr europäischen Austausch für Studenten und Auszubildende. Die Frankfurter Uni-Präsidentin, Birgitta Wolff, lobte diese Forderung bei der Begrüßung. Es gingen zwar einige hundert Studierende jedes Jahr für fünf Monate ins Ausland. Gemessen an der Zahl der 47.000 Eingeschriebenen sei die Zahl aber immer noch nicht so hoch wie von Macron gefordert.

Frankreich ist in diesem Jahr Ehrengast bei Buchmesse in Frankfurt am Main. (cah)

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