Enthüllungsbuch von Trump-Nichte erschienen

„Donald kommt mit starken Frauen nicht gut zurecht“

Mary Trump will die amerikanischen Wähler warnen - und hat daher ein Enthüllungsbuch über ihren Onkel, den US-Präsidenten geschrieben. Darin versucht sie zu erklären, wieso ihr Onkel ein notorischer Lügner ist.
03.08.2020, 07:07
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Von Can Merey
„Donald kommt mit starken Frauen nicht gut zurecht“

Mary Trump versucht in ihrem Buch Donald Trump zu ergründen.

Serling/dpa

Die Nichte des US-Präsidenten Donald Trump hält Bundeskanzlerin Angela Merkel für deutlich intelligenter als ihren Onkel. „Die Frau könnte ihn intellektuell locker übertreffen“, sagt Mary Trump vor Veröffentlichung ihres Enthüllungsbuchs „Zu viel und nie genug – wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt schuf“ in Deutschland am 12. August. „Ich denke, er hasst das. Und es macht ihn verrückt.“

Die promovierte Psychologin sagt, sie glaube, dass Trumps schwieriges Verhältnis zu Deutschland zum Teil darin begründet liege, dass Merkel eine starke Frau sei. „Und Donald kommt mit starken Frauen nicht gut zurecht.“ In ihrem Buch warnt Mary Trump vor einem „Ende der amerikanischen Demokratie“ im Falle einer Wiederwahl des Republikaners Donald Trump im November. Sie sagt, sie werde für dessen demokratischen Herausforderer Joe Biden stimmen. Es gehe aber längst nicht mehr um Parteizugehörigkeiten, sondern um die Frage, was richtig und was falsch sei. Ein Ziel ihres Buches sei es, den Amerikanern Informationen zu liefern, die sie bei der Wahl 2016 nicht hatten. „Unabhängig davon, wie die Menschen im November wählen, können sie nicht mehr sagen: Oh, wissen Sie, das wusste ich nicht, ich wusste nicht, dass er das getan hat.“

Mary Trump sagt, als Bauunternehmer in New York habe Donald Trump sich als jemand mit schwedischen Wurzeln ausgegeben, obwohl seine Familie väterlicherseits aus Deutschland und mütterlicherseits aus Schottland stamme. Trump sei es darum gegangen, jüdische Geschäftspartner in New York nicht vor den Kopf zu stoßen. „Wir haben überhaupt nichts Schwedisches in unserer Familie. Ich bin mir nicht sicher, warum er nicht schottisch gesagt hat“, sagt Mary Trump. „Wir haben uns darüber lustig gemacht, weil es so lächerlich war.“

Mary Trump bescheinigt ihrem Onkel, ein pathologischer Lügner zu sein. „Er hat jeden Tag seines Lebens gelogen.“ Sie wirft Donald Trump außerdem vor, ein Rassist zu sein. „Ich denke nicht, dass es da eine Frage gibt.“ Mary Trump bemängelt, dass viele US-Medien ihren Onkel zu zurückhaltend kritisierten, indem sie seine Lügen lange Zeit nicht als solche benannt hätten und seine Äußerungen etwa als „rassistisch eingefärbt“ kategorisierten. „Nein, sie sind rassistisch. Er ist ein Rassist. Das muss klar und deutlich gesagt werden.“ Die Psychologin erklärt Trumps Verhalten in der Corona-Krise auch mit der Familiengeschichte. Im Haus ihres Großvaters – Trumps Vater – habe eine Atmosphäre geherrscht, in der es nicht erlaubt gewesen sei, Negatives zum Ausdruck zu bringen, sagt die 55-Jährige. „Donald hat diese Lektion auch gelernt. Man spricht nicht über etwas Negatives. Man erkennt es nicht an. Man ignoriert es und es wird weggehen. Offensichtlich ist das nicht geschehen.“ Eine Kurskorrektur wäre das Eingeständnis eines Fehlers gewesen. „Und dazu ist er genauso unfähig, weil es in meiner Familie als tödliche Schwäche angesehen wurde, sich zu entschuldigen oder zuzugeben, dass man sich geirrt hat.“

Mary Trump ist die Tochter von Donald Trumps ältestem Bruder Fred, der 1981 starb. In den USA ist ihr Buch (Orignaltitel: Too Much And Never Enough) Mitte Juli erschienen. Donald Trumps jüngerer Bruder Robert Trump war in letzter Minute mit seinem Antrag gescheitert, vor einem Gericht in New York einstweilige Verfügungen zum Stopp der Veröffentlichung durchzusetzen. In Deutschland wird das Buch am 12. August vom Heyne-­Verlag veröffentlicht.

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