Bremer Schüler stoßen Initiative an Mehr Transparenz bei Ausbildungen

Bremen. Bei der Diskussion über die Probleme auf dem Ausbildungsmarkt waren sich alle Parteien der Bremischen Bürgerschaft einig: So kann es nicht weitergehen. Gesprochen wurde am Donnerstag über die Antwort des Senats auf eine Große Anfrage der Linksfraktion.
17.02.2017, 00:00
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Mehr Transparenz bei Ausbildungen
Von Stefan Lakeband

Bremen. Bei der Diskussion über die Probleme auf dem Ausbildungsmarkt waren sich alle Parteien der Bremischen Bürgerschaft einig: So kann es nicht weitergehen. Gesprochen wurde am Donnerstag über die Antwort des Senats auf eine Große Anfrage der Linksfraktion. Darin ging es darum, dass die Statistik der Agentur für Arbeit zum Ausbildungsmarkt nicht transparent sei und wesentliche Informationen nicht liefere. „Wir wissen nicht, wie viele Jugendliche eine Ausbildung machen wollen“, beschrieb Miriam Strunge (Linke) das zentrale Problem.

Auch Sülmez Dogan (Grüne) kritisierte die Art und Weise, wie die Statistik erstellt wird. „Nicht alle jungen Menschen werden erfasst“, sagte sie im Plenum. Dabei handele es sich aber nicht um ein bremisches Problem, sondern um ein bundesweites. Daher habe die Fraktion der Grünen einen Antrag beschlossen, eine Initiative in den Bundesrat einzubringen. Das Ziel: Die Art und Weise, wie die Statistik am Ausbildungsmarkt erfasst wird, soll geändert werden. „Nur wenn die Zahlen transparent sind, sieht man, wie viele Ausbildungsplätze tatsächlich fehlen“, betonte Dogan. Der Antrag sei nun auch an die SPD-Fraktion weitergeleitet worden. Sie hoffe nun, dass man zusammen den Antrag beschließen und somit den Senat bitten könne, die Bundesratsinitiative einzuleiten. Zudem hoffte Dogan auf die Unterstützung weiterer Bundesländer, die das gleiche Problem haben.

Hans-Wolfram Stein freut sich über die Initiative. Der pensionierte Lehrer kritisiert seit mehreren Jahren mit einer Schülergruppe der Gesamtschule Ost die Tatsache, dass die Statistiken der Arbeitsagentur unverständlich und verwirrend seien. Dass das Schülerprojekt nun eine mögliche Bundesratsinitiative angestoßen habe, sei eine Auszeichnung für die Arbeit der Jugendlichen. Auch aus der Politik kam Lob: „Das ist gelebter Politikunterricht“, sagte etwa Sybille Böschen (SPD).

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