Lockerungen

Mehrere Länder erwägen Ende der Maskenpflicht im Handel

Angesichts niedriger Infektionszahlen denkt die Politik in mehreren Bundesländern über ein Ende der Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung in Geschäften nach. Es wäre die nächste Lockerung.
05.07.2020, 12:43
Lesedauer: 3 Min
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Mehrere Länder erwägen Ende der Maskenpflicht im Handel

Ein Schild in Stralsund weist auf die Maskenpflicht in einem Geschäft hin. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Stefan Sauer / dpa

Mehrere Bundesländer erwägen eine Abschaffung der Maskenpflicht im Handel.„Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten“, sagte beispielsweise Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) der „Welt am Sonntag“. Er gehe davon aus, dass das Kabinett in Schwerin am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen werde. „Ich kann die Ungeduld des Handels sehr gut nachvollziehen, die Maskenpflicht abzuschaffen“. Die Abstandsregel werde aber grundsätzlich bleiben. Mecklenburg-Vorpommern hat die niedrigsten Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus bundesweit.

Glawe kündigte auch Gespräche mit seinen Kollegen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. „Wir versuchen, für alle norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen. Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel“, sagte er.

In Sachsen wird ebenfalls eine Abschaffung geprüft. „Wir schauen uns gerade an, ob wir beim Einkaufen auf die Maskenpflicht verzichten können“, sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) der „Welt am Sonntag“. Auch Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) kann sich laut der Zeitung mittelfristig eine Änderung vorstellen.

Bremen wolle über den Fortbestand der Pflicht im Senat diskutieren, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke).

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene sprach sich gegen eine Aufhebung der Maskenpflicht im Einzelhandel aus. „Ich persönlich sehe das als schwierig an“, sagte Martin Exner am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Zwar sei Deutschland derzeit in einer günstigen Lage, allerdings sei unklar, ob die Situation so bleibt.

Althusmann für baldiges Ende der Maskenpflicht - Weil dagegen

Während sich auch Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Sonntag für eine baldige freiwillige Regelung zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes beim Einkaufen aussprach, rief Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zu Vorsicht auf. „Aus meiner Sicht sollten wir die strikte Maskenpflicht im Einzelhandel in den kommenden Monaten in eine Empfehlung umwandeln, wenn das Infektionsgeschehen dies zulässt“, sagte der CDU-Politiker angesichts der derzeit geringen Zahl der Corona-Neuinfektionen der „Welt am Sonntag“.

Die Maskenpflicht signalisiere eine Gefahr, die es wegen der im Handel weiterhin bestehenden Abstandsregeln nicht gebe. Althusmann wies auch darauf hin, dass die Geschäfte im Einzelhandel längst noch nicht wieder so liefen wie vor der Corona-Pandemie.

In der Staatskanzlei stießen die Aussagen Althusmanns nicht auf Zustimmung: „Der Ministerpräsident ist nach wie vor der Auffassung, dass wir sehr vorsichtig sein müssen im Umgang mit dem Corona-Virus. Gerade der Herbst wird nach Prognose vieler Wissenschaftler eine Bewährungsprobe für den Infektionsschutz werden. Wir dürfen uns deswegen nicht vorschnell in Sicherheit wiegen wegen geringer Infektionszahlen im Sommer“, erklärte Regierungssprecherin Anke Pörksen. Bund und Länder hätten erst vor kurzem an den bestehenden Regelungen insbesondere auch zur Maskenpflicht festgehalten. „Einstweilen werden wir dabei bleiben müssen“, so Pörksen.

Menschen können bald in unbegrenzter Zahl treffen

Am Dienstag hatte die Regierung in Mecklenburg-Vorpommern beschlossen, dass sich die Menschen im Nordosten in Kürze wieder in unbegrenzter Zahl mit anderen im öffentlichen Raum treffen können. Die Obergrenze von zehn Personen laufe am 10. Juli aus und werde nicht verlängert, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Allerdings bleibe das Abstandsgebot zu Personen bestehen, die nicht zur eigenen Familie oder zum eigenen Hausstand gehören. Ebenso bleibe die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr, beim Einkaufen oder beim Arztbesuch. (dpa/lni)

++ Der Artikel wurde aktualisiert um 15.59. ++

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