Berlin

Mehrheit fühlt sich vom Islam bedroht

Die Ablehnung der Deutschen gegenüber dem Islam wächst. Das ist das Ergebnis der Auswertung Islam des Religionsmonitors, die die Bertelsmannstiftung in Gütersloh veröffentlicht hat. Mehr als jeder zweite Deutsche sieht den Islam als Bedrohung.
09.01.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Mehrheit fühlt sich vom Islam bedroht
Von Kathrin Aldenhoff
Mehrheit fühlt sich vom Islam bedroht

Die Abubakr-Moschee in Frankfurt am Main.

Boris Roessler, dpa

Die Ablehnung der Deutschen gegenüber dem Islam wächst. Das ist das Ergebnis der Sonderauswertung Islam des Religionsmonitors, die die Bertelsmannstiftung gestern in Gütersloh veröffentlicht hat. Mehr als jeder zweite Deutsche (57 Prozent) sieht den Islam demnach als eine Bedrohung. 61 Prozent sind der Meinung, der Islam passe nicht in die westliche Welt. Vor zwei Jahren hatten diese Werte noch bei 53 beziehungsweise 52 Prozent gelegen. Fast ein Viertel der Befragten stimmte der Aussage zu, man solle Muslimen die Zuwanderung nach Deutschland untersagen. Und 40 Prozent gaben an, sie fühlten sich durch Muslime wie Fremde im eigenen Land.

In Regionen wie Sachsen, wo kaum Muslime leben, ist die Ablehnung des Islams besonders stark. In Nordrhein-Westfalen hingegen, wo ein Drittel der in Deutschland lebenden Muslime wohnen, wird der Islam weniger als bedrohlich empfunden. Es sei davon auszugehen, dass die kleine Minderheit der radikalen Islamisten – weniger als ein Prozent der Muslime – das Bild der vier Millionen Muslime in Deutschland präge, so die Autoren der Studie.

Die hier lebenden Muslime andererseits zeigten der Studie zufolge eine hohe Verbundenheit mit Deutschland sowie eine hohe Zustimmung zu gesellschaftlichen Grundwerten. Unabhängig von der Intensität des Glaubens werde das Grundprinzip der Demokratie von Muslimen hoch geschätzt, heißt es in der Zusammenfassung.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoguz (SPD), sagte, für sie sei ein entscheidender Befund, dass die Ablehnung dort am größten sei, wo am wenigsten Muslime lebten. „Dieses Phänomen sehen wir aktuell auch bei den Pegida-Demonstrationen. Je mehr Kontakte und Begegnungen es aber mit Muslimen gibt, desto geringer ist die Ablehnung des Islams.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+