Mexiko-Stadt

Mexikos Präsident vergleicht Trump mit Hitler und Mussolini

Mexiko-Stadt. Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto hat den US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump in seinen Methoden und seinem Diskurs mit den Diktatoren Hitler und Mussolini verglichen. „Es hat in der Geschichte der Menschheit schon bedauerliche Episoden gegeben, die viel Unheil brachten“, sagte der mexikanische Präsident der Tageszeitung „Excelsior“.
09.03.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Klaus Ehringfeld

Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto hat den US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump in seinen Methoden und seinem Diskurs mit den Diktatoren Hitler und Mussolini verglichen. „Es hat in der Geschichte der Menschheit schon bedauerliche Episoden gegeben, die viel Unheil brachten“, sagte der mexikanische Präsident der Tageszeitung „Excelsior“. Sowohl Hitler als auch Mussolini hätten die damalige Wirtschaftskrise für ihren Aufstieg genutzt. Es war das erste Mal seit den massiven Beleidigungen Mexikos und der Mexikaner durch den Milliardär, dass sich Peña Nieto direkt zu dem Thema äußerte.

Trump keilt mit großer Hingabe gegen das südliche Nachbarland und seine Menschen aus, die er pauschal als Vergewaltiger, Verbrecher und Drogenschmuggler verunglimpft. Sollte er US-Präsident werden, will Trump die ohnehin schon hermetisch gesicherte 3200 Kilometer lange Grenze zu Mexiko mit einer Mauer verstärken. Dafür zahlen soll natürlich Mexiko. Die elf Millionen Mexikaner ohne Papiere will er alle aus den USA abschieben.

„Ich bedauere diese Art von Ausdrücken, die ein Verkennen Mexikos und der Leistung seiner Menschen belegen“, ergänzte Peña Nieto gegenüber der Zeitung „El Universal“. Die Meinungen Trumps „beleidigen die Beziehung, die Mexiko aus Brücken, Dialog und Annäherung zu den USA aufgebaut hat, um die gemeinsamen Probleme in den Griff zu bekommen“.

Bereits vor einigen Tagen hatte Finanzminister Luis Videgaray versichert, Mexiko werde unter keinen Umständen öffentliche Gelder für die Mauer einsetzen, die Trump bauen wolle. „Eine Mauer zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten zu bauen, ist eine äußerst schlechte und absurde Idee und fußt auf einer Ignoranz, die nichts mit der Wirklichkeit und dem Zusammenwachsen Nordamerikas zu tun hat”, hatte Videgaray hinzugefügt. Im Übrigen sei die Migration zwischen Mexiko und den USA seit über fünf Jahren rückläufig. Tatsächlich belegen Untersuchungen des „Pew Research Center“ in Washington, dass zwischen 2009 und 2014 rund 870 000 Mexikaner versucht haben, in die USA zu gelangen. Im gleichen Zeitraum sind aber rund eine Million Mexikaner aus den USA in ihre Heimat zurückgekehrt.

Der unerwartet klare Wahlerfolg des Immobilientycoons bei den jüngsten Vorwahlen in den USA hat vielen Mexikanern schlagartig klar gemacht, dass ein Sieg Trumps bei der US-Präsidentenwahl kein schlechter Scherz mehr ist, sondern durchaus Realität werden kann. Intellektuelle wie der Hochschullehrer und Ex-Außenminister Jorge Castañeda forderten daraufhin eine gemeinsame Reaktion Mexikos gegen den rumpelnden Republikaner: „Schweigen und Passivität sind die falschen Rezepte“, mahnt Castañeda.

„Trump ist kein Ignorant, Trump ist ein Schuft“, sagt Castañeda in einem Video, das auf der Seite http://www.proudtobemexican.com (Stolz, ein Mexikaner zu sein) verlinkt ist. Auf dieser Website werden etliche Geschichten von Mexikanern erzählt, die es in den USA zu großem beruflichen Erfolg gebracht haben. So liest man von Migranten ohne Papiere, die zu Neurochirurgen aufstiegen, erfolgreichen Jockeys, Investmentbankern oder auch Politikern mexikanischer Herkunft. Das alles passt tatsächlich nicht in das Weltbild von Trump. „Auf seine Ausfälle brauchen wir eine ambitionierte und raffinierte Antwort“, betont Castañeda.

Denn die Beleidigungen von Trump würden die Mexikaner diesseits und jenseits der Grenze in Mitleidenschaft ziehen. „Vor allem die Landsleute, die in den USA leben, ohne US-Bürger zu sein, könnten Opfer von Attacken und Angriffen werden“, fürchtet Castañeda. Zum anderen gefährdeten Trumps Worte die eigentlich guten Beziehungen zwischen den USA und Mexiko. Beide Staaten sind über die Nordamerikanische Freihandelszone NAFTA eng verbunden; die Vereinigten Staaten sind der wichtigste Handelspartner Mexikos. Letztlich schadeten die Äußerungen des Präsidentschaftsbewerbers auch dem Bild von Mexiko in der ganzen Welt, vermutet der Intellektuelle: „Investitionen und Tourismus leiden, wenn jemand wie Trump ein Land so verunglimpft.“

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