Wirtschaftsminister Rösler will Arzneimittelzuschlag erhöhen

Millionenspritze für Apotheker

Bremen. Die Apotheker in Deutschland sollen mehr Geld pro verkaufter Arzneimittelverpackung erhalten. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) plant offenbar eine Änderung der Arzneimittelverordnung, die etwa 190 Millionen Euro zusätzlich in die Kassen der Apotheker spülen würde. Medienberichten zufolge will Rösler den Zuschlag auf den Packungspreis verschreibungspflichtiger Medikamente ab 2013 um 25 Cent auf 8,35 Euro erhöhen. Die Kosten dafür müssten die Krankenkassen und damit die Versicherten tragen.
26.07.2012, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Willy Pfaff

Bremen. Die Apotheker in Deutschland sollen mehr Geld pro verkaufter Arzneimittelverpackung erhalten. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) plant offenbar eine Änderung der Arzneimittelverordnung, die etwa 190 Millionen Euro zusätzlich in die Kassen der Apotheker spülen würde. Medienberichten zufolge will Rösler den Zuschlag auf den Packungspreis verschreibungspflichtiger Medikamente ab 2013 um 25 Cent auf 8,35 Euro erhöhen. Die Kosten dafür müssten die Krankenkassen und damit die Versicherten tragen.

Bei Vertretern der Bremer Apotheker und Krankenkassen stößt der Rösler-Plan auf Ablehnung. Während die AOK Bremen/Bremerhaven die Erhöhung ablehnt, ist sie der Apothekenkammer zu gering. "Eine Steigerung um 3,1 Prozent nach neun Jahren ohne Anpassung ist zu wenig", kritisiert Klaus Scholz, Vizepräsident der Bremer Apothekenkammer. Er argumentiert mit dem gestiegenen Verwaltungsaufwand durch die Rabattverträge für Arzneimittel mit den Krankenkassen. Zudem erfordere die erneuerte Apothekenbetriebsordnung mehr Qualitätsmanagement. Außerdem seien auch für Apothekenbetreiber die Personalkosten gestiegen. "Vor diesem Hintergrund sind die 25 Cent doch eher wenig", betont Scholz. Die Apotheker hatten eine Anhebung auf 9,14 Euro gefordert.

"Die Erhöhung ist wirtschaftlich nicht begründbar", sagt dagegen Jörn Hons, Pressesprecher der AOK Bremen/Bremerhaven. Zudem komme sie zu einem völlig falschen Zeitpunkt. Derzeit seien Gerichtsverfahren wegen des Apothekenabschlags anhängig. Die Krankenkassen erhalten von den Apotheken auf verschreibungspflichtige Arzneimittel einen sogenannten Apothekenabschlag in Höhe von 2,05 Euro. Sollten die Gerichte einer Absenkung – gegen die die Kassen klagen – zustimmen, kämen diese Kosten auch noch auf die Versicherten zu, erklärt Hons.

Die Apothekervergütung setzt sich aus einem Zuschlag von drei Prozent auf den Einkaufspreis des rezeptpflichtigen Medikaments und dem Zuschlag von derzeit noch 8,10 Euro je Packung zusammen. Patienten müssen unabhängig davon noch Zuzahlungen bis zu zehn Euro leisten.

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