Kommentar über Kevin Kühnerts Sozialismus Mini-Marx

Kevin Kühnert greift ja gerne mal zum großen Besteck, dann sollte aber mehr in der Wundertüte sein als aufgewärmte Stamokap-Thesen aus den späten 60ern, meint Politikredakteur Joerg Helge Wagner.
02.05.2019, 19:45
Lesedauer: 1 Min
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Mini-Marx
Von Joerg Helge Wagner

Dass der Vorsitzende der Jungsozialisten mehr Sozialismus wagen will, ist erst einmal keine Nachricht. Wenn er dabei allerdings so weit geht, dass Unterschiede zur Partei Die Linke nur noch in Nuancen bestehen, ist auch bei gestandenen Genoss(inn)en Schluss mit lustig.

Kevin Kühnert greift ja gerne mal zum großen Besteck, dann sollte aber mehr in der Wundertüte sein als aufgewärmte Stamokap-Thesen aus den späten 60ern: Schlüsselindustrien verstaatlichen, Wohneigentum begrenzen... Fehlt bloß noch: Aktienbesitz limitieren, private Unis und Schulen schließen, Krippenpflicht für die lieben Kleinen, Bauernhöfe zu Produktionsgenossenschaften zusammenlegen und eine fette Luxussteuer auf alles, was Spaß macht.

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Und das wertvollste Gut unserer Zeit – Information – gehört natürlich auch komplett in Staates Hände. Zaun drum, fertig. Radikal ist ja gerade wieder chic, vor allem jenseits der werktätigen Bevölkerung.

Für die wollte die SPD Sachwalter und Schutzmacht sein. Wie wäre es denn, den Arbeitern und Angestellten mit staatlichen Maßnahmen den Erwerb von möglichst viel Eigentum – etwa zum Wohnen, zur Alterssicherung – zu ermöglichen, statt von Enteignungen zu fabulieren? Bislang haben Enteignungen noch nie den allgemeinen Lebensstandard gesteigert, aktuell reicht ein Blick nach Venezuela.

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