Kommentar über Spaniens neue Ultrarechte

Muskelspiele

Lange Zeit schien Spanien gegen den in Europa zunehmenden Rechtspopulismus immun zu sein. Jetzt aber kommt Vox - und der Aufstieg der Ultrarechten ist kein Zufall, urteilt Korrespondent Ralph Schulze.
13.01.2019, 16:18
Lesedauer: 1 Min
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Muskelspiele
Von Ralph Schulze
Muskelspiele
MARCELO DEL POZO

Nun hat auch Spanien seine rechtspopulistische Partei. Sie nennt sich Vox, ist eine Abspaltung der konservativen Volkspartei und wächst besorgniserregend schnell. Seit Monaten lassen die Rechtspopulisten die Muskeln spielen: Sie füllen mit ihren Veranstaltungen ähnlich große Säle wie Spaniens Traditionsparteien.

Jüngst zogen die Ultrarechten sogar überraschend mit elf Prozent in das Regionalparlament der bevölkerungsreichsten Region Andalusien ein. Ein Ergebnis, das signalisiert, dass Spanien nicht immun ist gegen europa- und fremdenfeindliche Bewegungen – und ein Resultat, das einen landesweiten Rechtsruck einleiten könnte.

Dabei ist es kein Zufall, dass die Partei ausgerechnet jetzt aufsteigt: Sie nährt sich vom wachsenden Nationalismus in Spanien, der als Antwort auf die Unabhängigkeitsbestrebungen in der spanischen Region Kataloniens erwacht ist, und zugleich von der Angst vor Überfremdung, die sich auch in Spanien breit macht. Derzeit kommen täglich Hunderte Flüchtlinge und Migranten in Booten an. Inzwischen ist Spanien und nicht mehr Italien das Hauptankunftsland am Mittelmeer.

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