Kommentar über Großflughäfen

Neuer Berliner Flughafen ist zu klein gedacht

Der Vergleich mit dem neuen Pekinger Flughafen mag nicht ganz fair sein, aber beim BER wurden schon zu Beginn vor allem politische Fehler gemacht, meint unser Autor Peter Gärtner.
27.09.2019, 22:59
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Von Peter Gärtner
Neuer Berliner Flughafen ist zu klein gedacht

Vielleicht ist hier ja ab Oktober 2020 mehr los: Blick über den Hauptstadtflughafen in Schönefeld.

Ralf Hirschberger / dpa

Es ist nicht ausgeschlossen, dass in einem Jahr der Pannen-Airport BER den Flugbetrieb aufnimmt. Die Prüfungen von Brandschutz, Entrauchung und Steuerung verlaufen überraschend reibungslos. Doch es ist kaum zu fassen, dass seit gut sieben Jahren die verborgene Technik des im Prinzip fertigen Flughafens saniert wird. In etwas mehr als der Hälfte der Zeit hat China einen Großflughafen mit dem weltgrößten Terminal aus dem Boden gestampft. Sollte der BER 2020 tatsächlich eröffnet werden, dann ist er längst viel zu klein.

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Nun ist allerdings nicht bekannt, ob in Peking-Daxing jeder Sprinkler und jede Tür auch funktioniert, unter welchen Bedingungen die Systeme geprüft wurden. Aber im Gegensatz zur KP-Führung zogen die drei Bauherren Berlin, Brandenburg und der Bund nie an einem Strang. Der Militärflughafen Sperenberg im märkischen Wald – wie Daxing 50 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt – hätte ein großes internationales Drehkreuz werden können. Doch CSU/CDU-Verkehrsminister wollten keine Konkurrenz zu München und Frankfurt, und den verwöhnten Berliner Politikern erschien der optimale Standort zu weit weg – als wäre damals noch kein ICE gefahren. Mit Ängstlichkeit und dem Verharren in der Komfortzone ist jedoch noch nie ein großer Wurf geglückt.

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