Kommentar über die nordirische Grenze Vorteil London

Die EU-Kommission hat im Streit um Impfstoff-Exporte die offene Grenze zwischen Irland und Nordirland infrage gestellt. Dieser Fehler entpuppt sich nun als Steilvorlage für die Briten, meint Detlef Drewes.
05.02.2021, 00:00
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Vorteil London
Von Detlef Drewes

Dieser Fehler hätte nicht passieren dürfen. Dass sich ausgerechnet die EU-Kommission im Minenfeld des Nordirland-Protokolls verlief, wiegt schwer genug. Dass die Behörde, die in den Brexit-Verhandlungen eine harte Grenze zwischen Nordirland und Irland verhindern wollte, diese im Streit um Impfstoff-Exporte aus Versehen vorschlug, entpuppt sich als Steilvorlage für die britische Regierung. Die wird – gleichsam als Wiedergutmachung – ein Entgegenkommen fordern.

Es gibt zwischen Großbritannien und Nordirland noch genügend Stoff für Kontroversen – von den akuten Im- und Exportproblemen ganz zu schweigen. Denn viele Inselbewohner merken erst jetzt, nachdem das Vereinigte Königreich aus dem Binnenmarkt und der Zollunion ausgeschieden ist, welche Folgen dies nach sich zieht. Um den Frust von Fischern bis zu Logistikunternehmen in den Griff zu bekommen, braucht Boris Johnson ein Entgegenkommen der EU. Bis zum vergangenen Freitag saß die Union am längeren Hebel. Nun hat sie ohne Not einen politischen Flurschaden angerichtet.

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