Nach Kritik

NTV und N24 zeigen Türkei-Werbung nicht mehr

Die Fernsehsender NTV und N24 haben am Freitag angekündigt, Werbespots für den Wirtschaftsstandort Türkei zu stoppen. In einem Film ist Fußballer Lukas Podolski zu sehen.
21.07.2017, 12:38
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NTV und N24 zeigen Türkei-Werbung nicht mehr

Dieser Ausschnitt zeigt die Werbung von Fußball-Profi Podolski für die Türkei.

Youtube/Turkey Discover the potential.com

Die Nachrichtensender n-tv und N24 haben in ihren Werbeblöcken Spots für den Wirtschaftsstandort Türkei gestoppt. Grund seien die jüngsten internationalen Spannungen, bestätigten beide Sender am Freitag. Zuvor hatten die Blätter der Funke Mediengruppe berichtet. Die Spots mit Lukas Podolski und den Türkei-Chefs diverser Weltkonzerne, initiiert von einem türkischem Verband, werden nicht mehr ausgestrahlt. Die Spots waren seit Mitte Juni gezeigt worden.

Am Donnerstag hatte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel angesichts der Lage in der Türkei vor Investitionen in dem Land gewarnt. Auch zeitnah zu diesen Äußerungen waren die Spots noch zu sehen gewesen.

"Aufgrund der aktuellen politischen Ereignisse haben wir uns (...) entschieden, die Spots nicht mehr zu spielen", heißt es in einem Statement der N24-Sprecherin. "Auch wenn wir klar zwischen Programm und Werbung trennen, ist es uns auch wichtig, unser Publikum in Anbetracht der neuesten Entwicklungen nicht zu irritieren."

Zuvor hatte die Kolumnistin Silke Burmester in einem Artikel in der Tageszeitung (taz) kritisiert, dass der Axel Springer-Verlag, dessen Korrespondent Deniz Yücel seit mehreren Monaten in der Türkei inhaftiert ist, an Werbebeilagen der Türkei verdient.

Eine Sprecherin der RTL-Vermarktungsfirma IP Deutschland erläuterte in einem Statement: "Nachdem sich die politische Lage in den letzten beiden Tagen grundlegend verändert hat und der Bundesaußenminister inzwischen vor Investitionen in der Türkei öffentlich warnt, halten wir eine weitere Ausstrahlung der Kampagne für nicht sinnvoll." (dpa)

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