Kommentar über die Lage der Bauern

Ohne Landwirtschaft keine Zukunft

Den Bauern mit moralischer Überlegenheit oder urbaner Arroganz zu begegnen, ist der falsche Weg. Sie müssen Treiber des Wandels sein, meint Marc Hagedorn.
25.06.2019, 18:45
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Ohne Landwirtschaft keine Zukunft
Von Marc Hagedorn
Ohne Landwirtschaft keine Zukunft

Auch in diesem Jahr wird es am Rande des Bauerntages wieder Proteste geben. Hier ein Foto aus dem Juni 2016.

Sebastian Gollnow/dpa

Wenn sich Deutschlands Landwirte zum Bauerntag treffen, ist immer was los. Tierschützer schlüpfen dann gerne in rosafarbene Schweinekostüme und protestieren. Vor zwei Jahren kippte Greenpeace ein paar Fuhren Mist vor dem Tagungshotel ab. An diesem Mittwoch beginnt der Bauerntag – was diesmal wohl passiert? Die Stimmung ist aufgeheizt, die Kluft zwischen Landwirten, Politik und Verbrauchern erscheint tiefer als je zuvor. Die Politik? Zu zögerlich. Die Verbraucher? Zu träge beim Umstieg auf wertige Produkte.

Und die Bauern? Sie sind permanent in der Defensive. Nitrat im Wasser, Pestizide im Boden, Tiere im Hochleistungsmodus. Es ist wichtig, das Wirken der Bauern kritisch zu verfolgen. Aber richtig ist auch, dass Bauern unter schwierigen Bedingungen Erstaunliches leisten. Die Einkommen schwanken, die Arbeit ist hart und die Abhängigkeit von den Launen der Natur, des Marktes und der Politik groß. Trotzdem geben uns die Bauern zu essen.

Mehr denn je sind existenzielle Fragen zur Zukunft dieses Planeten ins Bewusstsein gerückt, Fridays for Future sei Dank. Es kann so nicht weitergehen. Aber wie dann? Indem zum Beispiel die Bauern nicht als Problem, sondern als Teil der Lösung begriffen werden. Ihnen mit moralischer Überlegenheit oder urbaner Arroganz zu begegnen, ist der falsche Weg. Die Bauern müssen Treiber des Wandels sein. Ohne Landwirtschaft keine Zukunft.

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