Eskaliert die Lage?

Polizei bringt sich vor Großdemo in Belarus in Stellung

Vier Wochen ist die Präsidentenwahl in Belarus nun her. Die Behörden wollten die landesweiten Proteste mit Gewalt brutal beenden. Doch der Widerstand der Demokratiebewegung scheint ungebrochen.
06.09.2020, 05:19
Lesedauer: 1 Min
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Vor einer geplanten Großdemonstration gegen den Staatschef von Belarus (Weißrussland), Alexander Lukaschenko, haben sich Sicherheitskräfte in Stellung gebracht.

In der Hauptstadt Minsk seien Straßen mit Absperrungen blockiert worden, berichteten lokale Medien am Sonntag. Zudem seien in den Hauptstraßen zahlreiche Panzerfahrzeuge unterwegs. Das Innenministerium erklärte, mehr Einsatzkräfte zu den Oppositionsprotesten am Nachmittag im Stadtzentrum loszuschicken. Am Vortag wurden bei Protesten nach offiziellen Angaben mehr als 90 Menschen festgenommen. Mehr als 30 von ihnen droht eine Strafe.

Das Innenministerium warnte die Menschen, dem Aufruf der Opposition zu folgen. Trotz eines Demonstrationsverbots waren an den vergangenen Wochenenden Hunderttausende Bürger auf den Straßen. Am Nachmittag wollten sich für den „Marsch der Einheit“ wieder Tausende auf dem zentralen Platz in Minsk versammeln. Auch in anderen Städten sind ähnliche Aktionen geplant.

Die Proteste dauern bereits vier Wochen an - seit der umstrittenen Präsidentenwahl vom 9. August. Die Demokratiebewegung fordert den Rücktritt Lukaschenkos, Neuwahlen und die Freilassung politischer Gefangener.

Der 66-jährige Lukaschenko lehnt jedoch einen Dialog mit dem Koordinierungsrat der Bürgerbewegung ab. Die Demonstranten sehen die Oppositionelle Swetlana Tichanowskaja als die wahre Siegerin der Abstimmung an. Lukaschenko will aber nach einem angeblichen Sieg mit rund 80 Prozent der Stimmen im November eine sechste Amtszeit beginnen. Die EU erkennt die Wahl nicht an. (dpa)

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