Bremen

Polizei diskutiert Diskriminierung

Bremen (mic). Wenn Polizisten Menschen nicht wegen eines konkreten Verdachtes überwachen oder kontrollieren, sondern allein wegen ihres Aussehens oder ihrer Herkunft, nennt man dies Ethnisches Profiling. Die Beamten verstoßen damit gegen das im Grundgesetz verankerte Diskriminierungsverbot.
24.08.2015, 00:00
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Polizei diskutiert Diskriminierung
Von Ralf Michel

Wenn Polizisten Menschen nicht wegen eines konkreten Verdachtes überwachen oder kontrollieren, sondern allein wegen ihres Aussehens oder ihrer Herkunft, nennt man dies Ethnisches Profiling. Die Beamten verstoßen damit gegen das im Grundgesetz verankerte Diskriminierungsverbot. Trotzdem kommt ethnisches Profiling vor – auch in Bremen. Thomas Müller sieht als Grund dafür unter anderem Mechanismen in der täglichen Polizeiarbeit, die unbewusst zu dieser Art von Kontrollen führen. Der Integrationsbeauftragte der Bremer Polizei hat gemeinsam mit Kooperationspartnern einen Fachtag zu diesem Thema organisiert. In dessen Mittelpunkt steht die Frage, was deutsche Polizisten von ihren europäischen Kollegen lernen können.

Vertreter von Antidiskriminierungsprojekten und der Afrikanischen Gemeinschaft Bremens, bescheinigen der Landespolizei, für dieses Thema vergleichsweise sensibilisiert zu sein. Anders dagegen die Bundespolizei, über deren Kontrollen am Bahnhof und in den Zügen es unverändert Klagen gebe. Olaf Bernau vom Projekt „Antidiskriminierung in der Arbeitswelt“ sieht in diesem Zusammenhang auch das Problem einer „sehr hohen Dunkelziffer“ – die Betroffenen würden sich nicht trauen, Polizisten anzuzeigen. Seine Forderung: „Wir brauchen eine unabhängige Beschwerdestelle für solche Fälle.“

Kommentar Seite 2·Berichte Seite 7

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