Parteitag in Köln Polizei macht sich Sorgen wegen AfD-Demos

Karnevalisten, Kirchenvertreter und Politiker: Am Samstag wollen 50.000 Menschen gegen die AfD und für Weltoffenheit auf die Straße gehen. Doch es werden auch Krawalle erwartet.
20.04.2017, 17:28
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Karnevalisten, Kirchenvertreter und Politiker: Am Samstag wollen 50.000 Menschen gegen die AfD und für Weltoffenheit auf die Straße gehen. Doch es werden auch Krawalle erwartet.

Gegen den Bundesparteitag der "Alternative für Deutschland" (AfD) am Wochenende in Köln werden nach Einschätzung der Polizei rund 50.000 Demonstranten auf die Straße gehen. Rund 4.000 Polizisten werden im Einsatz sein, wie der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies am Donnerstag mitteilte. Auch eine Flugverbotszone über einen Teil der kölner Innenstadt will die Polizei einrichten (hier geht's zur Karte).

Angekündigt sind zwei große Demonstrationen der Bündnisse "Köln stellt sich quer" und "Köln gegen Rechts" sowie weitere kleinere Veranstaltungen. Doch neben den vielen friedlichen Teilnehmern erwartet die Polizei rechnet mit einigen hundert gewaltbereiten Demonstranten. Gegen jede Form von Gewalt würden die Polizeibeamten zum Schutz der vielen friedlichen Menschen entschlossen vorgehen, erklärte der Polizeipräsident.

Kirchen demonstrieren mit Gebeten und Mahnwachen

Das Bündnis "Köln stellt sich quer", zu dem sich 70 Organisationen darunter der Evangelische Kirchenverband Köln und Region zusammengeschlossen haben, veranstaltet eine Kundgebung (11 Uhr) sowie am Mittag (13 Uhr) eine Demonstration. Das Bündnis wirbt mit dem Slogan "Gemeinsam für Weltoffenheit, Toleranz und Solidarität". Das Bündnis "Köln gegen rechts" will sich ebenfalls am Heumarkt versammeln und danach zu einem Demonstrationszug durch die Innenstadt ziehen. Beide Bündnisse hatten sich nicht auf eine gemeinsame Veranstaltung einigen können.

Die Kirchen in Köln beteiligen sich unter dem Motto "Unser Kreuz hat keine Haken" an der Kundgebung des Bündnisses "Köln stellt sich quer". Die Kirchen veranstalten Mahnwachen und Nachtgebete und rufen zu Nächstenliebe anstelle von Hass auf. Sogar Karnevalisten beteiligen sich an Protestaktionen, haben dafür Bands engagiert. Auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), Grünen-Chef Cem Özdemir und die Landeschefin der Linken Özlem Demirel wollen die Proteste unterstützen und werden vor Ort erwartet.

Aufrufe der linksextremen Szene zur Verhinderung des AfD-Parteitages bestätigten Erkenntnisse der Polizei, dass mehrere Tausend Linksextreme nach Köln kommen würden, sagte Mathies. Darunter seien voraussichtlich mehrere hundert gewaltbereite Demonstranten. Wer das Versammlungsrecht missbrauche, um Straftaten zu begehen, grenze sich von der Masse der friedlichen Versammlungsteilnehmer ab, erklärte der Polizeipräsident. „Wir machen uns große Sorgen“, sagte Mathies laut der Tageszeitung "Die Welt".

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Die Polizei habe auch die Aufgabe, die Teilnehmer des AfD-Parteitages zu schützen. Das Bündnis "Köln gegen Rechts" hatte "massenhafte kreative Blockaden" angekündigt. Eine feministische Gruppe will eine Menschenkette um den Tagungsort, das Hotel Maritim, bilden.

Die geplanten Störungen des AfD-Parteitags am Wochenende durch linke Gruppen finden einer repräsentativen N24-Emnid-Studie zufolge nur 16 Prozent der Deutschen in Ordnung. 78 Prozent lehnen solche Störversuche ab, weil jede demokratische Partei das Recht habe, ungestört ihre Parteitage abzuhalten.

(epd/cah)

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