Dea plant neue Bohrung mitten im Wasserschutzgebiet Protest gegen Erdgasförderung

Verden. Im Erdbeben geschüttelten Landkreis Verden will die Deutsche Erdöl AG (Dea) eine neue Erdgasförderstelle mit dem Namen Völkersen Z12 einrichten. Diese soll sich direkt neben der bestehenden Förderstelle in Verden-Scharnhorst (Völkersen Z4) befinden – in der Trinkwasserschutzzone III.
12.11.2017, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Protest gegen Erdgasförderung
Von Anna Zacharias

Verden. Im Erdbeben geschüttelten Landkreis Verden will die Deutsche Erdöl AG (Dea) eine neue Erdgasförderstelle mit dem Namen Völkersen Z12 einrichten. Diese soll sich direkt neben der bestehenden Förderstelle in Verden-Scharnhorst (Völkersen Z4) befinden – in der Trinkwasserschutzzone III.

Ein entsprechender Antrag ist nach Angaben des Konzerns beim Landesamt für Bergbau (LBEG) noch nicht gestellt, erste Schritte seien aber eingeleitet worden. Nicht nur die Bürgerinitiativen, auch die Politiker in der Region laufen gegen dieses Vorhaben Sturm. Bereits im Frühjahr hatte die Verdener Kreistagsfraktion der Grünen einen Antrag darauf gestellt, die Förderung im Schutzgebiet zu untersagen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt will ebenfalls ein komplettes Verbot von Erdgasförderung in verdichteten Siedlungsgebieten und fordert, dies in die Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU, FDP und Grünen aufzunehmen. „Die durch die Erdgasförderung entstehenden Schäden gehen in die Millionenhöhe“, sagt der Politiker. Dabei seien die Konsequenzen für die Umwelt noch nicht einmal absehbar. Seit den ersten Erdbeben in der Region 2005 gebe es immerhin eine Beweislastumkehr im Bergschadensrecht, nach der die erdgasfördernden Unternehmen und nicht die geschädigten Hausbesitzer in der Beweispflicht stehen.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth sagt: „Für mich hat der Trinkwasserschutz unbedingten Vorrang vor der Erdgasförderung.“ Um die Sorgen der Bevölkerung ernst zu nehmen, sollte die Dea auf Erdgasförderung in Wasserschutzgebieten verzichten, dafür wolle sie sich politisch einsetzen. Noch vehementer äußert sich Wilhelm Hogrefe, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag: „In den Niederlanden hat die Regierung in einer stark von Erdstößen betroffenen Region Bohrungen untersagt. Auch in unserer Region wird es zu stärkeren Erdstößen kommen“, sagt er.

Die neue Bohrung soll neben dem seit 1998 bestehenden Förderfeld entstehen. Dea-Sprecher Heinz Oberlach zur Frage, warum die geplante Bohrung ausgerechnet im Trinkwasserschutzgebiet erfolgen muss: „Es ist eine Abwägung vieler Faktoren. Wirtschaftlichkeit spielt eine Rolle, aber auch Sicherheit.“ Die Dea fördere dort seit 20 Jahren Erdgas, und es habe bislang nie Probleme gegeben.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+