350 Gäste beim Aktionstag der Kinderfeuerwehr Bardewisch und der Jugendfeuerwehr Altenesch Publikum amüsiert sich über Juxeinsatz

Mit vereinten Kräften haben die Kinderfeuerwehr Bardewisch und die Jugendfeuerwehr Altenesch am Sonnabend ihr jeweils zehnjähriges Bestehen begangen. Die Nachwuchswehren lockten mit einem gemeinsamen Aktionstag mehrere hundert Gäste auf die Festwiese in Altenesch.
10.06.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Christian Pfeiff

Mit vereinten Kräften haben die Kinderfeuerwehr Bardewisch und die Jugendfeuerwehr Altenesch am Sonnabend ihr jeweils zehnjähriges Bestehen begangen. Die Nachwuchswehren lockten mit einem gemeinsamen Aktionstag mehrere hundert Gäste auf die Festwiese in Altenesch.

Altenesch. Feurig geht es zu um das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Altenesch. Allenthalben lodern vereinzelte Flammenherde, ertönen Sirenen, während auf dem anschließenden Sportplatz Kinder spielen. Um Notfälle handelt es sich jedoch nicht: Sowohl die kontrollierten Brandherde samt vorgeführter Brandbekämpfung als auch die Spiel- und Mitmachangebote sind Teil des umfangreichen Programms, das von insgesamt 60 Angehörige der Ortswehren Bardewisch und Altenesch unter der Leitung von Martin Rethorn organisiert wurde.

Sowohl die Kinderfeuerwehr Bardewisch als auch die Jugendfeuerwehr Altenesch feiern in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Entsprechend geizen die Vorstände an diesem Nachmittag nicht mit Attraktionen: Jüngere Besucher können sich auf einer Spiderman-Hüpfburg, auf Fußball- und Geschicklichkeitsparcours sowie mit Kübelspritzen austoben, für die älteren Gäste gibt es neben zahlreichen Informationen über die Feuerwehrarbeit im Allgemeinen auch allerhand Sehenswertes.

So demonstrieren die aktiven Kameraden der Altenescher Wehr mittels beeindruckender Stichflammen sowohl die Explosionsgefahr handelsüblicher Spraydosen als auch das Resultat eines Versuchs, einen Fettbrand mit Wasser zu löschen. "In Verbindung mit brennendem Fett entstehen aus einem Liter Wasser etwa 1800 Liter Waserdampf", erklärt Rethorn. Ratsamer wäre es daher, entsprechende Brände mit einer Löschdecke zu ersticken oder gleich die Feuerwehr zu rufen.

Auch die derzeit 16 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Altenesch dürfen zur Feier des Tages ihren ersten richtigen Brandeinsatz absolvieren. Eine abseits stehende Gartenhütte, eine Spende des Wehrangehörigen Uwe Drews, wird von den Kameraden in Brand gesteckt. Die Jugendwehrmitglieder dürfen nun zeigen, dass sie in der Lage wären, selbst einen Brand zu löschen.

Eine Ausnahme zum Jubiläum: Normalerweise ist Jugendwehren das Löschen mit Wasser untersagt. Der Einsatz darf nur dank der Unterstützung der aktiven Kameraden stattfinden. "Wir haben an jedem strategischen Knotenpunkt des Einsatzes mindestens einen aktiven Kameraden postiert, die den Einsatz unterstützend überwachen", berichtet der Altenescher Jugendwart Aaron Schippers. So zählt eine Situation wie diese nicht zum Alltag der Jugendwehr, die jeweils montags in der Zeit von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr ihren Dienst im Altenescher Gerätehaus absolviert: "Im normalen Jugendfeuerwehrdienst arbeiten wir kaum mit Wasser", so Schippers.

Die meisten der jungen Kameraden sind bereits seit mehreren Jahren dabei, so beispielsweise der stellvertretende Gruppenführer Lukas Aichele. Durch den Vater eines Freundes habe der 13-Jährige vor vier Jahren Gefallen an der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr gefunden und ist seitdem dabei geblieben. Nach Vollendung des 16. Lebensjahrs will Aichele unbedingt in die Hauptwehr eintreten.

Dass er und seine Jugendwehrkameraden zum Zeitpunkt ihres Übergangs in die Hauptwehr bereits über eine Vielzahl erforderlicher Grundkenntnisse verfügen, zeigen diese am Sonnabend: In Sekundenschnelle ist das Feuer gelöscht.

Wie man es besser nicht machen sollte, demonstrieren zum Abschluss neun Kameraden der Altenescher Alterswehr, die den gleichen Einsatz mit einem historischen Feuerwehrfahrzeug in einer Art und Weise wiederholen, die absichtlich unweigerlich an alte Slapstickfilme der Marx Brothers erinnert. Löschversuche mit Eimern schlagen fehl, doch bereits nach dem Anschließen der Pumpen und Schläuche gemahnt eine Sirene die Kameraden zur Pause. Am Ende dieses Juxeinsatzes ist die Gartenhütte verkohlt und das Publikum amüsiert.

Gemeinschaftssinn entwickelt sich

Etwa 350 Gäste aus Altenesch und den umliegenden Ortschaften, so schätzt Organisator Rethorn, haben sich im Laufe des Nachmittags um das Gerätehaus eingefunden. "Wenn sich durch diesen Nachmittag nur ein Kind oder Jugendlicher für die Feuerwehrarbeit interessiert und aktiv mitmachen möchte, hat sich der Aufwand bereits gelohnt", so Rethorn.

Einsätze wie die demonstrierten liegen für die 14 Mitglieder der Bardewischer Kinderfeuerwehr in weiter Ferne: Im Rahmen der jeweils dreiwöchig erfolgenden Treffen gehe es zunächst darum, auf spielerische Weise das Einsatzequipment kennen zu lernen und einen Gemeinschaftssinn mit den Kameraden zu entwickeln, sagt der Bardewischer Kinderfeuerwehrwart Olaf Half. Die Relevanz beider Nachwuchswehren betonte neben Bürgermeisterin Regine Neuke Gemeindebrandmeister Hartwig Sondag in seinem Grußwort: "Ohne eine anständig geleistete Jugendarbeit würde es in absehbarer Zeit keine Freiwilligen Feuerwehren mehr geben."

Eine Fotostrecke zum Fest gibt es unter www.weser-kurier.de/region

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+