Kommentar über den Fall Lübcke

Rechtsextremismus muss kontinuierlich beobachtet werden

Der Verdächtige soll auf YouTube mit Toten gedroht haben. Es stellt sich die Frage, wieso es offenbar niemandem auffiel, dass ein aktenkundiger Gewalttäter so offen hetzt, kommentiert Carolin Henkenberens.
17.06.2019, 21:58
Lesedauer: 1 Min
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Rechtsextremismus muss kontinuierlich beobachtet werden
Von Carolin Henkenberens
Rechtsextremismus muss kontinuierlich beobachtet werden

Im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gehen die Ermittler von einem «rechtsextremistischen Hintergrund» aus.

Uwe Zucchi / dpa

Zwei Wochen lang galt der tote Regierungspräsident Walter Lübcke als „mysteriöser“ Todesfall. Nun die Wende: Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremen Motiv aus. Vergleiche mit dem NSU, der mörderischen Nazibande, kommen auf. Doch auch wenn der Täter Verbindungen zur Gruppe „Combat 18“ gehabt haben soll, unterscheidet sich der Fall Walter Lübcke von den NSU-Morden.

Der NSU operierte aus dem Verborgenen, seine Mitglieder lebten im Untergrund. Der Hass aber, den Walter Lübcke ertragen musste und der ihn nun das Leben gekostet hat, ist offen lesbar im Internet. Er wird per Mausklick befeuert. Morddrohungen werden als Comic-Bildchen verschickt. Viele Hetzer nutzen nicht einmal ein Pseudonym.

Walter Lübcke musste Drohungen seit Jahren ertragen, sie flammten erst vor wenigen Monaten wieder auf. Der Verdächtige soll auf Youtube mit Toten gedroht haben. Es stellt sich die Frage, wieso es offenbar niemandem auffiel, dass ein aktenkundiger, verurteilter Gewalttäter so offen hetzt. Rechtsextremismus, egal ob in einer Kameradschaft oder virtuell ausgelebt, muss kontinuierlich beobachtet werden.

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