Ironischer Kommentar Renate Künast rechnet mit Facebook-Hetzern ab

Der Grünen-Bundestagsabgeordneten Renate Künast ist offenbar der Kragen geplatzt. Auf ihrer Facebook-Seite rechnet sie mit Hasskommentatoren und Hetzern ab - auf besonders ironische Weise.
14.01.2016, 00:00
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Renate Künast rechnet mit Facebook-Hetzern ab
Von Melanie Reinsch

Der Grünen-Bundestagsabgeordneten Renate Künast ist offenbar der Kragen geplatzt. Auf ihrer Facebook-Seite rechnet sie mit Hasskommentatoren und Hetzern ab – auf besonders ironische Weise.

„Sie wollen mir hier einen Hass-Kommentar schreiben? Kein Problem mit meinem neuen Hass-Tool“, schreibt sie. Klickt man auf den Link, wird man zur Nettiquette weitergeleitet, unter der man fünf Hinweise von Künast findet, die den Hetzern das Schreiben und ihr das Lesen erleichtern sollen. Wer sich mal so richtig auskotzen möchte, weil jemand mit ihrer Frisur oder mit ihrer Politik nicht einverstanden sei, sei daher hier genau richtig, schreibt Künast.

Künast: "Tun Sie sich keinen Zwang an"

Zunächst bittet Künast um passende Ansprache. Viele würden ganz ohne Anrede auskommen, schreibt die Grünen-Politikern. Gerne dürfe man auch einen Witz machen und sie „Frau Knast“ nennen. „Tun sie sich keinen Zwang an“, fordert sie.

Dann bittet sie die Kommentatoren, möglichst kreativ zu sein: „Hauen Sie einen raus.“ Man könne aber auch kopieren, wichtig sei, dass man sich danach besser fühle. Dazu nennt Künast einige Beispiele, die „fast noch niemand geschrieben hat“:

„Zieh die Schuhe aus!“

„Armes Deutschland.“

„Lern erst mal Türkisch!“

„Und das von meinen Steuergeldern!“

Auch in Sachen Stil hat Künast einige Anregungen. Es solle auf keinen Fall mit Ausrufezeichen und Versalien gespart werden, am besten solle gleich der gesamte Kommentar in Großbuchstaben verfasst werden. Kostenlos sei auch das Angebot zur „Gruppenerfahrung bei gleichzeitiger Einsamkeit“, indem man die Hasskommentare der Vorgänger liked.

Facebook löscht Hasskommentare selten

Konsequenzen brauche keiner zu befürchten, schreibt Künast am Schluss. Sie stelle zwar regelmäßig Strafanzeigen wegen Beleidigung und Volksverhetzung, aber die Ermittlungsbehörden verfolgten die Taten nur vereinzelt und stellten die Verfahren rasch ein.

Seit Monaten schwelt der Streit um Hetze im Netz. Während sich Twitter Ende des vergangenen Jahres dazu durchgerungen hat, härter gegen die Urheber und Profile der Hetzer vorzugehen, scheint sich bei Facebook immer noch nicht viel zu tun. Rassistische, menschenverachtende oder fremdenfeindliche Äußerungen werden selten gelöscht. Sie verstießen nicht gegen die Facebook-Richtlinien, heißt es meist, wenn man einen entsprechenden Kommentar meldet.

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