Kommentar zur „Extra-Rente“ Risiko statt Riester-Frust

Ein beachtliches Risiko steckt in diesem Vorschlag, das sollte jeder wissen. Doch so lange die Zinsen so niedrig sind, kann ein Aktienfonds eine Alternative zur Riester-Rente sein, meint Hans-Ulrich Brandt
29.04.2019, 19:14
Lesedauer: 1 Min
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Risiko statt Riester-Frust
Von Hans-Ulrich Brandt

Die Debatte über private Vorsorgeformen im Alter nimmt endlich wieder Fahrt auf. Während sich die Bundesregierung auf diesem Feld weitgehend hinter der 2002 von Rot-Grün eingeführten Riester-Rente versteckt und Reformvorschläge stets mit dem Hinweis auf die laufende Arbeit der Rentenkommission abblockt, kommt nun vom Bundesverband der Verbraucherzentralen ein „Extrarente“-Konzept. Das ist gut so.

Da in Zukunft neben der gesetzlichen Rentenversicherung immer stärker auch betriebliche und private Vorsorgeelemente zur Sicherung des Lebensstandards im Alter notwendig sein werden, ist es überfällig, über eine Alternative zur Riester-Rente nachzudenken. Auch die Anzahl von aktuell etwa 16,5 Millionen Riester-Verträgen kann nämlich nicht darüber hinweg täuschen, dass diese Vorsorgeform im Großen und Ganzen ein Flop ist. Über 1000 Produkte machen die Auswahl schwer. Ohne unabhängige Beratung landen die meisten Sparer daher bei Produkten mit hohen Verwaltungskosten und schlechter Rendite. Die gesetzliche Rentenversicherung ist da mit rund drei Prozent deutlich lukrativer.

Wäre die von der Verbraucherzentrale vorgeschlagene „Extrarente“ demnach im Vergleich zur Riester-Rente die bessere Wahl? Zumindest weniger Verwaltungs- und Vertriebskosten werden versprochen, weil statt der Versicherungswirtschaft ein öffentlicher Träger zuständig sein soll. Auch der Produktdschungel würde durch ein solches Standardprodukt gelichtet. Bleibt das Problem der Anlageform in Aktien. Sicherlich: Wer langfristig in Aktien investiert, kann gute Renditen einfahren. Er muss aber auch mit drastischen Kursverlusten rechnen. Das alte Börsenmotto „Kaufen und Halten“ hat längst seine Gültigkeit verloren. Ein beachtliches Risiko steckt also in diesem Vorschlag, das sollte jeder wissen. Doch so lange die Zinsen so niedrig sind, ist es eine überlegenswerte Alternative.

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