Bayerischer Finanzminister erhält „Orden wider den tierischen Ernst“ Ritter Söder

München. Der nächste beachtliche Schub für den Anlauf des bayerischen Finanzministers Markus Söder auf die Nachfolge von CSU-Chef und Ministerpräsident Horst Seehofer kommt aus Nordrhein-Westfalen. Der Aachener Karnevalsverein von 1859 (AKV) kürte den Nürnberger zum „Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst“.
07.07.2015, 00:00
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Von Ralf Müller

Der nächste beachtliche Schub für den Anlauf des bayerischen Finanzministers Markus Söder auf die Nachfolge von CSU-Chef und Ministerpräsident Horst Seehofer kommt aus Nordrhein-Westfalen. Der Aachener Karnevalsverein von 1859 (AKV) kürte den Nürnberger zum „Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst“. Die Ordensverleihung findet am 23. Januar kommenden Jahres statt.

Pikant: Unter den bisherigen Trägern des Ordens, der seit 1950 verliehen wird, sind die CSU-Chefs Franz Josef Strauß, Theo Waigel und Edmund Stoiber. Auf die Frage, warum man den amtierenden Ministerpräsidenten Seehofer auslasse, antwortete AKV-Präsident Werner Pfeil am Montag in München sybillinisch: „Der AKV hat sich ganz bewusst für einen neuen Ritter entschieden.“ Er nehme das „mit Humor“, sagte Söder: „Ich glaube, er (Seehofer) freut sich.“ Auch Seehofer sei nicht über die Nominierung seines von ihm nicht immer geliebten „Kronprinzen“ informiert worden, hieß es am Montag bei der Präsentation im Münchener Hofbräuhaus. Aber seine Rede bei der offiziellen Verleihung im Januar 2016, die werde er seinen Chef „noch mal gegenlesen lassen“, versprach Söder. Ganz ungeübt ist Söder nicht in kabarettistischen Auftritten. Seit einigen Jahren gibt er beim Maibockanstich Proben an Spott und Selbstironie, nicht immer zum Vergnügen seiner Kabinettskollegen und seines Chefs. Er stehe beim Maibock immer vor der Wahl „eine halbe Stunde Spaß oder ein halbes Jahr Ärger“.

Auf Söder sind die Karnevalisten aus Aachen auch gekommen, weil er seit Jahren beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg eine zentrale Rolle spielt. „Ich kann, ehrlich gesagt, auch über mich lachen“, behauptete der künftige Unernst-Ritter Söder. Und wer auf dem Nockherberg vorkommen wolle, müsse sich darauf einstellen, durch den Kakao gezogen zu werden: „Ist ja auch alles eine Form von Anerkennung.“

Der Aachener Karnevalsorden ist es allemal. Vorgänger von Söder als Ordensträger sind unter anderem auch Konrad Adenauer, Carlo Schmidt, Helmut Schmidt, Walter Scheel, Guido Westerwelle, Heiner Geißler und Cem Özdemir. Der erste Orden dieser Art wurde 1950 an einen Militärstaatsanwalt verliehen, der aus Rücksicht auf den rheinischen Karneval einen wegen einer Ordnungswidrigkeit einsitzenden Häftling entlassen hatte.

Söder trage „das Gen Carnevalis nicht nur in sich, er trägt es auch nach außen“, würdigte AKV-Präsident Pfeil den designierten Ritter: „Einen besseren Botschafter als ihn können sich Fasching, Fastnacht oder Karneval nicht wünschen.“ In seiner Familie habe die Designierung für einen „inneren Jubelschrei“ gesorgt, da seine Schwiegermutter aus Aachen komme, berichtete Söder. In Deutschland gebe es zwei karnevalistische Höhepunkte, bauchpinselte er die Aachener: Die Verleihung des Aachener Ordens und die Fastnacht in Veitshöchheim.

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