Doch Umfragetief von Bündnis 90 verhagelt eine Länderkonferenz

Rot-Grün macht sich Mut

Berlin. Eigentlich sollte sie „Signal für den Wechsel“ sein – so der in Rot und Grün gehaltene Titel einer Konferenz der rot-grünen Spitzenkandidaten und Ministerpräsidenten. Doch dann sickern die rutschenden Umfragewerte für die Grünen durch.
06.09.2013, 00:00
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Rot-Grün macht sich Mut
Von Norbert Holst
Rot-Grün macht sich Mut

Hoffnungsvoll trotz sinkender Umfragewerte: Peer Steinbrück (SPD, links) und Jürgen Trittin (Grüne) gestern in Berlin.FOTO: DPA

Hannibal Hanschke, dpa

Eigentlich sollte sie „Signal für den Wechsel“ sein – so der in Rot und Grün gehaltene Titel einer Konferenz der rot-grünen Spitzenkandidaten und Ministerpräsidenten. Doch dann sickern die rutschenden Umfragewerte für die Grünen durch. Und so spielt dann Wilhelm Tell plötzlich eine Rolle. Aber der Reihe nach.

Keine Konferenz ohne Gedrucktes – und so legen auch Peer Steinbrück (SPD), Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt (beide Grüne) gemeinsam mit den Ministerpräsidenten und deren Stellvertretern ein Papier vor. Für Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) ist darin die Passage wichtig, dass Bildung als „nationale Aufgabe“ von Bund und Ländern beschrieben wird. Auch die geplante „Kita-Offensive“ mit Unterstützung des Bundes sei von großer Bedeutung, so Böhrnsen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) weist auf der Konferenz vor allem auf die „dringende Notwendigkeit höherer Bildungsinvestitionen“ hin. Künftig müsse mehr Kooperation zwischen Bund und Ländern möglich sein.

Etwas verhagelt wird die Präsentation des Papiers von den aktuellen Umfragen von ARD und ZDF. Die Grünen verlieren ein beziehungsweise zwei Prozent. Man macht sich gegenseitig Mut. Steinbrück: „Es sind noch 17 Tage Zeit.“ Trittin macht „echte Wahlkampfstimmung“ aus. Und Baden-Württembergs grüner Landeschef Winfried Kretschmann sagt es auf seine Weise: „In vielen Ländern regieren wir jetzt fröhlich – nach altem Brauch und eigenem Gesetz, wie es bei Wilhelm Tell heißt.“ Die Botschaft: Rot-Grün hat einige Machtwechsel hinbekommen, warum nicht auch in Berlin.

Die Umfragen sprechen momentan dagegen. Doch Steinbrück will von den Zahlen nichts wissen, alles sei noch möglich. Kurz nach der Konferenz ernüchtert vielleicht eine kleine Schar schwarz-gelber Jungpolitiker. „Ohne Linke habt ihr keine Chance, ohne Linke …“, skandieren sie.

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