Kommentar über den Schienen-Gipfel

Bahn mit Plan

Allzu optimistisch erscheinen manche Ziele des Masterplans Bahn. So soll der Marktanteil der Schiene beim Güterverkehr bis 2030 auf 25 Prozent steigen. Aktuell liegt er bei 19. Norbert Holst kommentiert.
01.07.2020, 05:00
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Bahn mit Plan
Von Norbert Holst
Bahn mit Plan

Ein Ziel des Masterplans: Bis 2030 soll der Anteil der Schiene am Güterverkehr auf 25 Prozent steigen.

Sven Hoppe /dpa

Mehr Verkehr auf die Schiene, mehr Kapazitäten für Güter, mehr Fahrgäste, der längst überfällige Einstieg in den Deutschland-Takt. Klingt alles prima. Tatsächlich hat die Deutsche Bahn erstmals seit der Bahnreform von 1994 wieder einen Langzeit-Plan, wo die Fahrt hingehen soll. Der Schienenpakt ist, zumal für DB-Verhältnisse, sehr ambitioniert. Erste Leuchtturmprojekte und Teilziele sollen bereits in zwei, drei Jahren umgesetzt sein.

Ist der Masterplan also ein Meilenstein? Schon bei der Finanzierung wird es knifflig. Von 1,5 auf mittelfristig vier Milliarden Euro pro Jahr sollen die Investitionen in die Schieneninfrastruktur steigen. Zum Vergleich: Allein der Bau von Stuttgart 21 wird 8,2 Milliarden Euro verschlingen. Allzu optimistisch erscheinen auch manche Ziele. So soll der Marktanteil der Schiene beim Güterverkehr bis 2030 auf 25 Prozent steigen. Aktuell liegt er bei schlappen 19. Und der Gütertransport auf der Straße legt seit 2013 von Jahr zu Jahr zu.

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Überhaupt: Das Verkehrsministerium produziert Masterpläne am Fließband, für Freizeitwasserstraßen, E-Mobilität, digitalisierte Verkehrssysteme und, und, und. Nicht immer folgten große Taten.

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