Kommentar über Papst Franziskus

Schlitzohr

Der Papst treibt seine Bischöfe an, um die katholische Kirche zu reformieren. Er macht das ziemlich clever, findet Julis Müller-Meiningen.
04.10.2019, 18:08
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Von Julius Müller-Meiningen
Schlitzohr

Im Umgang mit seinen Bischöfen spricht man in Rom spricht man bereits von der "Methode Franziskus".

ANDREW MEDICHINI/DPA

An diesem Samstag ernennt Franziskus 13 neue Kardinäle und nimmt damit implizit auf die Wahl seines Nachfolgers Einfluss. Am Sonntag beginnt dann mit der Amazonien-Synode ein weiteres Großereignis, auf dem vor allem über Kirchenthemen wie den Zölibat oder die stärkere Beteiligung von Frauen und Laien am katholischen Leben debattiert wird. Der Papst ist, was diese Themen angeht, eher liberal eingestellt. Er kann Veränderungen aber nicht über das Knie brechen. Die Gefahr einer Kirchenspaltung wäre zu groß.

Franziskus wählt deshalb erneut das Instrument der Synode. Das war schon bei der Thematik der Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zu den Sakramenten der Fall. Erst wurden die Menschen vor Ort befragt, die naturgemäß andere Bedürfnisse als die katholische Hierarchie haben. Jetzt sollen die Bischöfe über diese Bedürfnisse debattieren und unverbindliche Vorschläge machen. Früher durften die Bischöfe diskutieren, dann blieb alles wie gehabt. Dieser Papst hingegen treibt seine Herde an, damit diese ihm dann die Entscheidungen leichter macht. In Rom ist von der „Methode Franziskus“ die Rede. Es ist die Methode eines Schlitzohrs.

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