Kommentar über Aussehen und Politik

Schöner Schein

Wird der schöne Schein immer wahlentscheidender, gibt das zu denken. Politiker sollen keine Modekollektion vorführen, sie sollen engagiert und kompetent arbeiten, schreibt Hans-Ulrich Brandt.
10.01.2018, 22:09
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Schöner Schein
Von Hans-Ulrich Brandt
Schöner Schein

Christian Lindner

dpa

Dass Erfolg viel mit Attraktivität und persönlichem Auftritt zu tun hat, ist durch Studien und Untersuchungen hinlänglich bekannt. Warum also sollten Politikerinnen und Politiker da eine Ausnahme sein? Es ist auch nicht verwerflich, dass sie sich dies zunutze machen. Christian Lindners stylischer Schwarz-weiß-Wahlspot ist nur ein Beispiel.

Für viel (beabsichtigte) Aufmerksamkeit sorgte ein Zeitungsporträt von Sahra Wagenknecht, illustriert mit Fotos, die die Linke im sportlichen Rennraddress zeigen. Und auch die Bremer FDP wird das Äußere ihrer Spitzenkandidatin Lencke Steiner mehr als nur billigend in Kauf genommen haben. Wird aber der schöne Schein immer wahlentscheidender, gibt das zu denken.

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Politiker sollen keine Modekollektion vorführen, sie sollen engagiert und kompetent ihre Aufgaben erledigen. Von einem Homo Politicus wird keine makellose Figur erwartet. Aber Gott sei Dank gibt es ja noch Menschen, die Schein und Sein auseinanderhalten. Auch wenn es für Politikberater naiv klingt, schöner als der Dichter Christian Friedrich Hebbel lässt es sich nicht sagen: „Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht: Irgendeinem gefällt er.“

hans-ulrich.brandt@weser-kurier.de

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