Kommentar über Katalonien

Schwarze Woche

Die Gewalt schadet dem Ansehen der Unabhängigkeitsbewegung. Deren Anführer haben stets versichert, dass sie nur mit friedlichen Mitteln kämpfen wollen. Worte und Taten klaffen auseinander, meint Ralph Schulze.
18.10.2019, 18:30
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Schwarze Woche
Von Ralph Schulze
Schwarze Woche

Demonstranten suchen Schutz hinter einer Barrikade. Barcelona hat eine Woche der Gewalt erlebt.

BERNAT ARMANGUE/DPA

Die Region Katalonien erlebt derzeit die schlimmsten Unruhen seit Langem. Verursacht von radikalen Separatistengruppen, die sich in Barcelona und anderen Städten abendliche Straßenschlachten mit der Polizei liefern, mit Hunderten Verletzten auf beiden Seiten. Auslöser war die Verurteilung von Separatistenführern. Der Gewaltausbruch schadet dem Ansehen der Urlaubsregion Katalonien. Die Hotels in Barcelona beklagen Stornierungen von Zimmerreservierungen, Kreuzfahrtschiffe drehen ab und fahren derzeit lieber nach Palma de Mallorca oder Ibiza.

Die Gewalt schadet aber auch dem Ansehen der Unabhängigkeitsbewegung. Denn deren Anführer haben stets versichert, dass sie nur mit friedlichen Mitteln für eine katalanische Republik kämpfen wollen. Aber Worte und Taten klaffen zunehmend auseinander: etwa beim obersten Repräsentanten, Regionalpräsident Quim Torra. Er verurteilte zwar die Gewalt, rief aber zugleich zu einem neuen Aufstand gegen den Staat auf – notfalls auch mit Rechtsbrüchen. Dies ist ein gefährlicher Weg der Konfrontation, der bereits 2017 Katalonien in eine schwere Krise trieb. Es war eine schwarze Woche für die Region.

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