München Seehofer-Nachfolge: Söder deutlich vor Aigner

München. Viele in der CSU mag am Mittwochabend ein regelrechter Schreck ereilt haben, als die Ergebnisse der Umfrage des Bayerischen Fernsehens über die Bildschirme flimmerten. Nach Landtagspräsidentin Barbara Stamm (Note 2,4) wurden demnach Finanzminister Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (alle CSU) bei den Sympathiewerten mit jeweils 2,7 am besten bewertet.
16.01.2015, 00:00
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Von Ralf Müller

Viele in der CSU mag am Mittwochabend ein regelrechter Schreck ereilt haben, als die Ergebnisse der Umfrage des Bayerischen Fernsehens über die Bildschirme flimmerten. Nach Landtagspräsidentin Barbara Stamm (Note 2,4) wurden demnach Finanzminister Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (alle CSU) bei den Sympathiewerten mit jeweils 2,7 am besten bewertet. Und vielleicht noch wichtiger: Mit 41 Prozent halten viel mehr Befragte Söder für geeignet für das Ministerpräsidentenamt als Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU/24 Prozent) und Innenminister Herrmann (sieben Prozent). Dieser Vorsprung ist dann doch überraschend deutlich.

Damit bahnt sich die Lage an, die Ministerpräsident und Parteichef Horst Seehofer offenbar hat kommen sehen: Weil Finanzminister Söder sich in seinem Job mit der Zusatzfunktion „Heimatminister“ – das Zweigministerium hat seinen Sitz in Nürnberg – schmücken darf, hat er sich in der öffentlichen Wahrnehmung klar vor seiner gefährlichsten Mitbewerberin Aigner positioniert. Der Ministerin wurde beim Ressortzuschnitt die Zuständigkeit für Verkehr genommen, und sie hat gehörig mit den Widrigkeiten der Energiewende zu kämpfen.

Kurz vor Bekanntgabe von Söders demoskopischem Zwischenerfolg hatte Seehofer noch einmal ausgeschlossen, zur Landtagswahl 2018 erneut als Spitzenkandidat anzutreten. Warum sollte er sich als dann 69-Jähriger nicht zum Ziel setzen, einen „harmonisch guten Übergang“ zu schaffen?, fragte Seehofer rhetorisch. „Dass es harmonisch auf die nächste Generation übergeht“, erklärte Seehofer gar zur persönlichen „Krönung des Erfolges“ und zum „ernsten Vorsatz“.

Es ist freilich in der CSU kein Geheimnis, dass Seehofer dem Kandidaten Söder in diesem Wettbewerb so manches Foulspiel nicht nur zutraut, sondern auch schon öffentlich bescheinigt hat. Gut in Erinnerung ist Seehofers Wort von den „Schmutzeleien“, von denen sich der „von Ehrgeiz zerfressene“ Söder zu viele leiste. Wenn der Wettbewerb um seine Nachfolge unfaire Formen annehme, dann „wüsste ich, was ich zu tun habe“, hatte Seehofer vor nicht allzu langer Zeit in einem Interview gesagt.

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