Mitglieder der Jungen Alternative Sympathie mit "Identitärer" Bewegung

Mitglieder der AfD-Jugendorganisation haben in mehreren Bundesländern Verbindungen zur rechtsextremen Identitären Bewegung (IB). Auch in Bremen sympathisieren AfD-Mitglieder mit der IB.
24.03.2017, 22:04
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Sympathie mit
Von Jan Oppel

Mitglieder der AfD-Jugendorganisation haben in mehreren Bundesländern Verbindungen zur rechtsextremen Identitären Bewegung (IB). Auch in Bremen sympathisieren AfD-Mitglieder mit der IB.

Mitglieder der AfD-Jugendorganisation haben in mehreren Bundesländern Verbindungen zur rechtsextremen Identitären Bewegung (IB). Zuletzt hatte der Vorsitzende der Jungen Alternative Berlin Kontakte zu der Gruppierung eingeräumt. Auch in Bremen sympathisieren AfD-Mitglieder mit der IB.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht bei der IB „Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung“. Im aktuellen Bremer Verfassungsschutzbericht heißt es: „Ihre nationalistische, fremden- und insbesondere islamfeindliche Einstellung verbreiten die Identitären auf professionell gestalteten Plakaten, Flyern und Videos, die insbesondere dazu geeignet erscheinen, junge aktionsorientierte Personen anzusprechen.“ Die Ideologie der IB zielt auf den Erhalt einer vermeintlich bedrohten kulturellen Identität der europäischen Völker: Deren Fortbestand sehen die Aktivisten durch die Einwanderung von Muslimen in Gefahr.

Keine Zusammenarbeit mit der IB

Im Sommer 2016 hatte der AfD-Bundesvorstand beschlossen, dass es keine Zusammenarbeit mit der IB geben solle. Laut Verfassungsschutz bestehen aber dennoch Kontakte. Auf politischer Ebene sei eine Zusammenarbeit mit der IB nicht denkbar, sagt etwa Marvin Mergard, stellvertretender Landeschef der Jungen Alternative in Bremen. Berührungsängste hat er offenbar trotzdem nicht: Als vor einem Jahr eine IB-Demonstration im Brüsseler Stadtteil Molenbeek von der Bürgermeisterin abgesagt wurde, kommentierte Mergard in einem Internet-Forum, das er selbst mitverantwortet: „Traurig, ich hatte vor, dorthin zu fahren.“

„Wir haben eine Unvereinbarkeitserklärung unterzeichnet – und die wird von uns auch umgesetzt“, versichert Robert Teske, Vorsitzender der Jungen Alternative Bremen. Er habe keine Kontakte zur Identitären Bewegung. Über soziale Netzwerke hat er aber Verbindungen zu einzelnen IB-Aktivisten. Über seinem Twitter-Profil steht die Parole „Defend Berlin" (Verteidigt Berlin). Ein Banner mit identischer Botschaft wurde von IB-Aktivisten Mitte März an der Berliner Gedächtniskirche angebracht. Bei Twitter bedient er sich auch deren Vokabular. „Stadtamt 07:00. Der große Austausch ist Wirklichkeit...#Remigration“, schrieb Teske beim Kurznachrichtendienst Twitter. Damit wollte er offenbar auf die Migranten im Wartezimmer anspielen. „Remigration“ und „großer Austausch“ sind Kampfbegriffe der Identitären Bewegung. Auf diese habe die IB aber kein Patentrecht, sagt Teske.

Hier geht's zum AfD-Dossier:

AfD-Dossier

Die AfD entwickelt sich zu einer relevanten politischen Kraft. In diesem Dossier geht es um die Aufstieg, die Köpfe und die Inhalte der Partei. mehr »

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+