Veranstaltung der SPD-Kreisarbeitsgemeinschaft „60plus“ zum Thema Altersarmut Trotz Arbeit kaum Rente

Verden. Die drohende Altersarmut war Thema einer gut besuchten Veranstaltung der SPD-Kreisarbeitsgemeinschaft „60plus“ im Verdener „Liekedeeler“. Zu der konnte die Vorsitzende Christiane Knof-Grotevent den SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil aus dem Heidekreis begrüßen.
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Verden. Die drohende Altersarmut war Thema einer gut besuchten Veranstaltung der SPD-Kreisarbeitsgemeinschaft „60plus“ im Verdener „Liekedeeler“. Zu der konnte die Vorsitzende Christiane Knof-Grotevent den SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil aus dem Heidekreis begrüßen. In ihren Begrüßungsworten warnte sie davor, dass die späteren Rentner zu Dauerkunden der Tafel werden.

Ganz so schwarz sah es Lars Klingbeil nicht. Er zählte auf, dass die SPD-Bundestagsfraktion in dieser Legislaturperiode den Mindestlohn durchgesetzt habe, mit dem die Situation von vier Millionen Betroffenen verbessert wurde. Er forderte einen vernünftigen Arbeitsmarkt, bei dem bei guten Jobs auch gut verdient werden müsse. „Die Renten hinken den Löhnen immer stärkere hinterher“, stellte Lars Klingbeil fest. Er stellte den Alterssicherungsbericht der Sozialministerin Andrea Nahles vor, die diesem Problem entgegensteuern will. Lars Klingbeil verdeutlichte auch die drei Säulen der Altersvorsorge mit gesetzlicher Rente, privater Vorsorge und betrieblicher Altersvorsorge, die verstärkt werden sollen. Ohne zusätzliche Altersvorsorge geht das Versorgungsniveau der Rente stark zurück. Nur 47 Prozent der Betroffenen sorgen selbst fürs Alter vor, größtenteils aus finanziellen Gründen.

Weiterbildung stärken

Lars Klingbeil warnte vor einer weiteren Digitalisierung, denn dadurch werden Arbeitsplätze vernichtet. Nicht nur die reinen Arbeiter werden dadurch wegrationalisiert, sondern es geht bis in den mittleren Bereich hinein. Daher forderte Lars Klingbeil eine „Robotersteuer“, wie sie schon einmal als „Maschinensteuer“ gefordert wurde. Dann ging er auf die Frage ein, wie man Weiterbildung stärken könne. Die heutigen Rentnerinnen und Rentner sind zu drei Prozent auf Grundsicherung angewiesen, dieses dürfte sich auf sechs bis sieben Prozent erhöhen, warnte er. Doch ein Prozent Rentenerhöhung kostet acht Milliarden Euro, rechnete Klingbeil vor. Aber dieses dürfte nicht alles der Rentenkasse aufgebürdet werden, sondern Teile wie die Mütterrente müsse der Staat zahlen.

Klingbeil ging auch auf die Flexi-Rente ein, die eine Weiterbeschäftigung nach der Altersgrenze ermöglicht. Dieses sei ein Pendent zur Rente mit 63, die auf Betreiben der SPD-Bundestagsfraktion eingeführt wurde. Er ging auch auf die geforderte Änderung der Steuerfreibeträge ein.

In der anschließenden Diskussion wurde von einigen Gewerkschaftlern auf den Gewerkschaftsspruch „Wer Rentner quält, wird nicht gewählt“ verdeutlicht. Betroffen sind vor allem Alleinerzieher, Frauen und Flüchtlinge. Kritisiert wurden auch die Sozialbeschlüsse der Schröder-Regierung. Lars Klingbeil, der damals noch nicht Mitglied des Bundestages war, gab zu, dass es Entscheidungen gab, die falsch waren. „Wir haben daraus gelernt, es anders zu machen, denn die Politik muss auch korrigieren können.“ Wir müssen die Erfolge der SPD in der Großen Koalition herausstellen. In der Diskussion wurde auch deutlich, dass 80 Prozent in Klein- und Mittelbetrieben arbeiten, in denen eine Betriebsrente kaum möglich ist. Daher muss neben der gesetzlichen Rente die private Altersvorsorge gestärkt werden, so Klingbeil. Auf dieses Thema sollten aber auch Jüngere reagieren. So forderte Lars Klingbeil die Jusos auf, sich dieses Themas anzunehmen.

Ausblick auf Wahlkampf

Zum Schluss nannte Lars Klingbeil einige Themen, die im bevorstehenden Wahlkampf herausgestellt werden sollten. Neben der Altersarmut ist dieses die Bildung mit Schulen und Kindergärten, die innere Sicherheit und die Pflege, sowohl in den Pflegeheimen als auch in den Krankenhäusern. „Doch wir haben noch ein Jahr Große Koalition und wollen versuchen, dort unsere Ziele durchzusetzen“, sagte Lars Klingbeil zum Abschluss der Veranstaltung der SPD-Kreisarbeitsgemeinschaft „60plus“.

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