Clinton kämpft weiter gegen Sanders Trump gewinnt drei US-Vorwahlen

Washington. Donald Trump lud diesmal in einen seiner Luxus-Golfclubs in Florida zur Pressekonferenz. Neben der präsidialen Kulisse mit Sternenbanner und Stehpult stellte sein Wahlkampfteam auf einem Tisch Trump-Produkte aus: Blutrote Trump-Steaks, Hochglanz-Magazine und Wein aus Virginia.
10.03.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Trump gewinnt drei US-Vorwahlen
Von Thomas Spang

Donald Trump lud diesmal in einen seiner Luxus-Golfclubs in Florida zur Pressekonferenz. Neben der präsidialen Kulisse mit Sternenbanner und Stehpult stellte sein Wahlkampfteam auf einem Tisch Trump-Produkte aus: Blutrote Trump-Steaks, Hochglanz-Magazine und Wein aus Virginia. Der New Yorker Geschäftsmann und Milliardär gab sich nach seinen Siegen mit zweistelligem Abstand bei den Vorwahlen der Republikaner in Michigan und Mississippi bestens gelaunt. Er nutzte den Auftritt im „Trump National Golf Club“ in Jupiter zu einem guten Teil dafür, seine wenig erfolgreichen Geschäftsideen schönzureden.

Den anderen Teil widmete Trump seinen Konkurrenten und dem Establishment der Republikaner, dem er es wieder einmal gezeigt hatte. Später des Abends fügte der Nationalist seinem Siegeszug noch Hawaii hinzu. Im kleinen Idaho ging der ultrakonservative Ted Cruz als Erster über die Ziellinie.

„Jede Person, die es wagte, mich anzugreifen, ist untergegangen“, ätzt der blondierte Rechtspopulist über seine Mitbewerber. Die Parteiführung forderte er auf, den Widerstand aufzugeben und sich hinter ihm zu versammeln. „Statt mich zu bekämpfen, sollten sie die Chance nutzen”.

Tatsächlich versteht Trump es wie kein anderer seit Ronald Reagan, weiße Arbeiter mit niedrigem Einkommen und Bildungsstand für die Partei zu mobilisieren. Mit deren Hilfe versucht Trump am kommenden Dienstag John Kasich und Marco Rubio in deren Heimatstaaten Ohio und Florida zu schlagen.

Die größte Überraschung des Wahltags gelang aber einem anderen: Bernie Sanders setzte sich in Michigan knapp gegen Hillary Clinton durch, die am Montag in den Umfragen noch mit im Schnitt 20 Punkten vorn lag. Damit verpasste die Favoritin im demokratischen Nominierungsrennen die Möglichkeit, den linken Konkurrenten abzuhängen.

Dank eines Erdrutschsieges in Mississippi holte sie am Dienstag zwar insgesamt die meisten Delegierten, bleibt aber angreifbar. Wie in Michigan könnte Clinton auch in anderen Staaten des sogenannten Rust Belt (Rostgürtel) die Handelspolitik zum Verhängnis werden. Sanders schaffte es, die Unzufriedenheit der Wähler mit den Konsequenzen aus dem Nafta-Freihandelsabkommen für sich zu nutzen.

Kommenden Dienstag steht mit Florida, Ohio, Illinois, North Carolina und Missouri ein zweiter Super-Wahltag an, der bei den Republikanern schon die Entscheidung bringen könnte.

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