Republikaner fordert Folter Trump nach Terror: "Niemand hatte so recht wie ich"

Nach den Anschlägen von Brüssel sieht sich US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump bestätigt: Niemand habe so recht gehabt wie er, klopft sich der Republikaner auf die Schulter. Die USA müssten daraus lernen.
24.03.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Trump nach Terror:
Von Thomas Spang

Nach den Anschlägen von Brüssel sieht sich US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump bestätigt: Niemand habe so recht gehabt wie er, klopft sich der Republikaner auf die Schulter. Die USA müssten daraus lernen.

Der Spitzenreiter im Feld der republikanischen Bewerber um die Präsidentschaftsnominierung, Donald Trump, sieht sich bestätigt. Niemand habe so recht gehabt, wie er, klopft sich der Nationalchauvinist nach dem Terror in der belgischen Hauptstadt selber auf die Schulter. „Brüssel war eine wunderschöne Stadt mit null Kriminalität”, erklärte Trump dem Sender „Fox News“. „Jetzt ist es ein totales Desaster.“ Die USA müssten daraus lernen.

Der Kandidat bekräftigte seine Forderung nach einem Einreisestopp für Muslime in die USA. In einem Interview mit CNN meinte Trump, darüber hinaus hätte er den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Paris, Salah Abdeslam, foltern lassen. „Ich wette darauf, dass der von dem heutigen Bombenanschlag wusste.“

Der schärfste Rivale des Rechtspopulisten im Rennen um die republikanische Präsidentschaftsnominierung, Ted Cruz, wollte Trump in nichts nachstehen. Der erzkonservative Senator aus Texas forderte, Muslime in den USA sollten überwacht werden. „Wir müssen die Sicherheitskräfte dazu in die Lage versetzen, in muslimischen Nachbarschaften zu patrouillieren, bevor sich diese radikalisieren.“

Cruz schwebt dabei eine Neuauflage des umstrittenen Programms von New York vor, das Agenten in die muslimische Gemeinde eingeschleust hatte. Bürgermeister Bill de Blasio und Polizeichef William J. Bratton hatten das Programm jedoch eingestellt, weil es sich aus ihrer Sicht als kontraproduktiv erwiesen hatte.

McCain kritisiert fehlende Strategie

Gemessen an Trump und Cruz fällt die Kritik des dritten verbliebenen Präsidentschaftsbewerbers der Republikaner, John Kasich, moderat aus. Statt wie Obama von Kuba aus weiter nach Argentinien zu reisen, „wäre ich nach Hause geflogen und hätte mit den Regierungschefs der Verbündeten telefoniert”, kritisierte Kasich die Reaktion des Amtsinhabers, der abermals „Schwäche“ in der Sicherheitspolitik unter Beweis gestellt habe.

Im Kongress kritisierten die beiden republikanischen Falken John McCain und Lindsey Graham das „Fehlen einer plausiblen Strategie, Daesch zu zerstören”. Die Anschläge erinnerten daran, wie gefährlich es sei, „den Terroristen sichere Rückzugsgebiete in Syrien, Irak und Libyen zu lassen, von denen aus sie operieren können”.

Obama ließ sich von der Kritik nicht beirren. Nach Abschluss des historischen Kuba-Besuchs setzte er seine Reise nach Argentinien fort. Auch am Tag der Brüssler Anschläge selbst hatte er sein Programm ebenfalls nicht umgestellt. In seiner Rede im Gran Teatro von Havanna verurteilte er den Terror und versprach, die USA „können und werden diejenigen schlagen, die die Sicherheit der Menschen rund um die Welt bedrohen”.

USA: Bis Ende 2016 sollen Daesch-Hochburgen Rakka und Mossul befreit sein

Die Reaktion entspricht einem inzwischen klassischem Muster. Obama versucht Entschlossenheit zu signalisieren, während er gleichzeitig darum bemüht ist, die Dinge mit Augenmaß zu betrachten. Der Präsident ist nach den Erfahrungen in Afghanistan und Irak zutiefst davon überzeugt, dass eine größere amerikanische Truppenpräsenz in der Region das Gegenteil von mehr Sicherheit erreicht.

Seine Anti-Daesch-Strategie setzt hingegen auf eine Kombination an robuster Syrien-Diplomatie, Schlägen aus der Luft, enge Kooperation der Geheimdienste und Kommandoaktionen gegen die Anführer der Miliz. Das Weiße Haus wird nicht müde, Erfolgsstatistiken zu verbreiten. Demnach habe Daesch bereits 40 Prozent des Territoriums und mehr als 10.000 Kämpfer verloren. Verteidigungsminister Ashton Carter hatte im Januar die Erwartung geäußert, bis Ende des Jahres die beiden Hochburgen Rakka und Mosul zu befreien.

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