Kommentar über die Ökodesign-Richtlinie

Überfällig

Die EU hat Regeln für Haushaltsgeräte beschlossen, so soll das Reparieren leichter werden. Doch die Revolution in der Küche wird ihre Zeit brauchen, meint Detlef Drewes.
01.10.2019, 18:32
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Überfällig
Von Detlef Drewes
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Ausrangierte Haushaltsgeräte und andere Elektrogeräte liegen in einem Sammelbehälter für Elektroschrott. Die EU-Kommission hat neue Regeln für nachhaltige Haushaltsgeräte vorgelegt.

Christian Charisius/DPA

Es war ruhig geworden um die Richtlinie mit dem seltsamen Namen „Ökodesign“. Ganz anders als zunächst erwartet, hatten sich die um das Klima besorgten Bürger nämlich nicht auf die immer neuen Anläufe der Brüsseler EU-Kommission gestürzt. Es wurde im Zeichen der Umwelt die Glühbirne ausgerottet, die Leistung von Saugern oder das Aufheizen von Kaffeemaschinen begrenzt.

Doch die Richtlinie lebt und wurde kurz vor dem Amtsende der Juncker-Kommission wieder aus der Schublade geholt. Dass Begeisterungsstürme über diese neuen technischen Vorgaben ausbleiben, liegt auch daran, dass die Verbraucher jetzt eben nicht sofort ihre Altgeräte wegwerfen und sich reparierbare und sparsame Produkte in die Küche und den Keller stellen.

Zumal die Investitionen deutlich über den versprochenen Einsparungen von 150 Euro pro Jahr liegen. Kurzum: Die Vorschriften sind gut. Sie waren sogar überfällig. Aber da Klimaschützer auch gerne ihr Engagement zeigen wollen, was bei einem neuen Geschirrspüler definitiv nur begrenzt der Fall ist, dürfte der Umbau der europäischen Haushalte wohl eher langsam und unspektakulär verlaufen.

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