Kommentar über den Brexit

Ungewissheiten

Selbst wenn der Brexit-Deal stehen sollte, bleiben zahlreiche Ungewissheiten, ob er die nächsten Tage und Wochen überlebt. Das meint unser Brüsseler Korrespondent Detlef Drewes.
16.10.2019, 20:26
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Ungewissheiten
Von Detlef Drewes
Ungewissheiten

Michel Barnier, Chefunterhändler der EU, stützt seinen Kopf mit seinen Händen. Kurz vor dem EU-Gipfel haben die Union und Großbritannien versucht, letzte Hürden vor einer Brexit-Einigung abzuräumen.

Francisco Seco/DPA

Wenn alles, was sich am späten Mittwochabend in Brüssel angedeutet hat, in der Nacht so zu Ende gebracht wurde, dann wacht die EU an diesem Donnerstag mit einem Brexit-Deal auf. Er kommt zu spät, um ganz schnell von den Staats- und Regierungschefs entschieden zu werden. Viel zu schwierig und voller rechtlicher Fallstricke dürften die Vereinbarungen sein, um schnell abgenickt zu werden.

Aber es wäre endlich die gemeinsame Blaupause für die Entscheidung zweier Partner, sich nach über 40 Jahren zu trennen. Im Dschungel der unterschiedlichen Interessen, überhäuft mit Herausforderungen wie der Vermeidung einer festen Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland sowie dem Schutz des europäischen Binnenmarktes, haben beide Seiten seit langem versucht, einen Weg zu finden. Am Mittwochabend lag ein bürokratisches Ungetüm auf dem Tisch, von dem niemand sagen kann, ob es am Ende wirklich funktioniert. Und selbst wenn der Deal stehen sollte, bleiben zahlreiche Ungewissheiten, ob er die nächsten Tage und Wochen überlebt. So muss Premierminister Boris Johnson ihn innenpolitisch durchsetzen. Sicher ist das keineswegs.

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