Bis zu 15.000 Soldaten

USA planen offenbar Truppenabzug aus Deutschland

US-Präsident Donald Trump will offenbar große Teile der in Deutschland stationierten Soldaten abziehen, das berichten verschiedene Medien. Der Hintergrund ist unklar.
05.06.2020, 21:13
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USA planen offenbar Truppenabzug aus Deutschland
Von Jan-Felix Jasch
USA planen offenbar Truppenabzug aus Deutschland

Die USA wollen offenbar Teile ihrer Truppen aus Deutschland abziehen.

Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

US-Präsident Donald Trump plant offenbar, große Teile der in Deutschland stationierten Soldaten abzuziehen. Aktuell sind noch rund 35.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert. Wie der "Spiegel" berichtet, hat das Weiße Haus Teile des US-Kongresses darüber informiert, dass das Pentagon bis zum Herbst 2020 zwischen 5000 und 15.000 davon abziehen werde.

Hintergrund könnte nach "Spiegel"-Angaben die Absage von Kanzlerin Angela Merkel für den G7-Gipfel in den USA sein. Merkel könne die Einladung Trumps zu einem Gipfel in Washington im Juni wegen der Corona-Epidemie leider nicht annehmen, hatte ihr Sprecher Ende Mai erklärt.

In einem Bericht des "Wall Street Journal" werden hingegen namentlich nicht erwähnte Beamte zitiert, die einen Zusammenhang zwischen dem Truppenabzug und Merkels Absage bestreiten. Laut dem Blatt habe Trump das Pentagon angewiesen, rund 9500 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die USA mit dem Teilabzug ihrer Truppen aus Deutschland gedroht. Der damalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatte im August gesagt: „Es ist wirklich beleidigend zu erwarten, dass der US-Steuerzahler weiter mehr als 50 000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden.“ Zu den damals rund 35 000 US-Soldaten in Deutschland kamen 17 000 amerikanische und 12 000 deutsche Zivilisten, die von den US-Truppen beschäftigt wurden. Zehntausende weitere Arbeitsplätze in Deutschland hängen von den amerikanischen Streitkräften ab.

Das Weiße Haus bestätigte entsprechende Pläne Trumps nicht. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, John Ullyot, teilte am Freitag (Ortszeit) auf Anfrage mit, derzeit gebe es dazu keine Ankündigung. Trump überprüfe aber ständig den Einsatz von US-Soldaten im Ausland. „Die Vereinigten Staaten sind weiterhin entschlossen, mit unserem engen Verbündeten Deutschland zusammenzuarbeiten.“

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Der US-Präsident fordert seit langem eine gerechtere Lastenteilung innerhalb der Nato und hat wiederholt die aus seiner Sicht mangelnden Verteidigungsausgaben Deutschlands kritisiert. Trump hatte eine Verlegung von Truppen von Deutschland nach Polen bereits im Juni vergangenen Jahres bei einem Besuch des polnischen Präsidenten Andrzej Duda in Washington ins Spiel gebracht.

Die Beziehung zwischen der Bundesregierung und der Trump-Administration sind seit langem angespannt. Trump ist in diesem Jahr Gastgeber des G7-Treffens. Ursprünglich war der Gipfel für den 10. bis 12. Juni am Landsitz des Präsidenten in Camp David geplant gewesen. Im März hatte die US-Regierung das Treffen wegen der Corona-Pandemie abgesagt und eine Videokonferenz angesetzt. Kürzlich hatte Trump sich dann doch wieder dafür ausgesprochen, das Treffen bald persönlich im Weißen Haus abzuhalten - als Zeichen der Erholung in der Corona-Krise. Nach Merkels Ankündigung sagte Trump, der Gipfel werde nun voraussichtlich im September zusammenkommen.

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