Peking wirft Vereinigten Staaten Einmischung vor / Tokio fordert Rücknahme von Flugüberwachungszone

USA versprechen Japan Beistand im Inselstreit

Peking·Washington. Bislang ist Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping außenpolitisch als Mann der leisen Töne aufgetreten. Die innerparteiliche Machtfestigung hatte offensichtlich in seinem ersten Amtsjahr Vorrang.
26.11.2013, 00:00
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USA versprechen Japan Beistand im Inselstreit
Von Felix Lee
USA versprechen Japan Beistand im Inselstreit

Verteidigungsminister Chuck Hagel.

Consolidated Ron Sachs, dpa

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Bislang ist Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping außenpolitisch als Mann der leisen Töne aufgetreten. Die innerparteiliche Machtfestigung hatte offensichtlich in seinem ersten Amtsjahr Vorrang. Das hat sich seit dem vergangenen Wochenende jedoch schlagartig geändert: Nachdem sich im chinesisch-japanischen Streit um die von China Diaoyu und von Japan Senkaku genannte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer auch die USA eingeschaltet haben, wettert die chinesische Führung nun kräftig gegen Washington. Das Außenministerium bestellte US-Botschafter Gary Locke ein und forderte die USA auf, sich aus dem Streit herauszuhalten. Man erwarte von der US-Regierung, das sie „keine unverantwortlichen Bemerkungen mehr mache“. US-Außenminister John Kerry hatte sich zuvor „tief besorgt“ über Chinas Vorgehen geäußert: Wie berichtet, hatte Peking am Sonnabend eine Flugüberwachungszone über dem Ostchinesischen Meer eingerichtet, die auch die von Japan beanspruchten Inseln umfasst. Auch der japanische Botschafter wurde ins Außenministerium einsbestellt. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel machte unterdessen klar, sein Land werde im Falle eines chinesischen Militärschlags Japan beistehen.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe forderte in einer ersten Reaktion umgehend die Rücknahme dieser Flugüberwachungszone und bezeichnete Chinas Vorstoß als „eine äußerst gefährliche Angelegenheit, die eine unvorhergesehene Situation hervorrufen kann“. Beide Länder beanspruchen diese unbewohnten Inseln für sich. Geologen vermuten am Meeresgrund große Mengen an Rohstoffen. Auch ist die Gegend reich an Fischbeständen.

Eine militärische Eskalation halten Sicherheitsexperten aber für vorerst unwahrscheinlich. Kerry Brown, Professor am China-Zentrum der Universität Sydney, spricht von gegenseitiger „symbolischer Schikane“, die bislang noch kontrollierbar sei. Mit einem gezielten Militärschlag rechnet auch Paul Haenle nicht, Direktor des Zentrums für Globale Politik an der Pekinger Tsinghua-Universität. Der Vorstoß Chinas könnte jedoch die Gefahr „für eine unbeabsichtigte Kollision“ erhöhen, warnt Haenle. Dann könne es heikel werden.

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