Kommentar über Polizeigewalt in den USA

Pulverfass

Während in den USA der Prozess um den Tod von George Floyd läuft, gibt es ein neues Todesopfer durch Polizeigewalt. Unser Korrespondent Thomas Spang sieht US-Präsident Biden in der Pflicht.
14.04.2021, 05:00
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Pulverfass
Von Norbert Holst
Pulverfass

Menschen umarmen sich während einer Mahnwache nach der Tötung von Daunte Wright. Er war bei einem Polizeieinsatz umgekommen.

imageSPACE / DPA

Die Polizei hat offenkundig nicht viel aus dem Tod von George Floyd gelernt. Anders lässt sich kaum erklären, warum – nicht einmal ein Jahr später – unweit von dem Ort entfernt, an dem der Schwarze unter dem Knie des weißen Beamten Dereck Chauvin starb, wieder ein Opfer zu beklagen ist. Und einmal mehr lässt sich der von rassistischen Stereotypen geprägte Zusammenhang nicht übersehen.

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Angesichts des erwarteten Urteils in dem Prozess gegen den mutmaßlich für den Tod Floyds verantwortlichen Polizisten müssen die Verantwortlichen viel Fingerspitzengefühl beweisen. Sonst droht ein Pulverfass zu explodieren.

Es reicht für Joe Biden nicht, Anteilnahme zu zeigen und zur Besonnenheit aufzurufen. Der Präsident muss Druck auf den Kongress ausüben, die längst überfälligen Polizeireformen endlich zu beschließen. Teil der Wahrheit ist aber auch, dass in den USA zu viele Waffen im Umlauf sind und den Alltag der Beamten gefährlich machen. Die Kombination aus rassistischen Stereotypen und der weiten Verbreitung von Waffen erweist sich als tödlich.

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