Kommentar zu verkürzten Sommerferien

Schäuble-Vorstoß: Ein zu plausibler Vorschlag

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat vorgeschlagen, die Sommerferien zu verkürzen, damit Schüler den Lernstoff aufholen können. Eine bestechende Idee, trotz des Protests, meint Silke Hellwig.
18.04.2020, 07:00
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Schäuble-Vorstoß: Ein zu plausibler Vorschlag
Von Silke Hellwig
Schäuble-Vorstoß: Ein zu plausibler Vorschlag

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat vorgeschlagen, die Sommerferien zu verkürzen, damit Schüler den Lernstoff aufholen können.

OMER MESSINGER/EPA-EFE/Shutterstock

Als bestechend logisch drängt sich auf, was Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble vorgeschlagen hat: die unfreiwillig nach vorne und hinten verlängerten Oster- durch verkürzte Sommerferien auszugleichen. Schließlich ist ein gewisses Pensum zu bewältigen, das man bekanntlich nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernt. Ob das als Homeschooling gewährleistet werden kann, für alle Schüler, darf bezweifelt werden.

Dass der Lehrer- und die Tourismusverbände davon nichts halten, liegt ebenfalls auf der Hand. Touristiker hoffen nach einer katastrophalen Oster- auf eine bessere Sommersaison, die womöglich Existenzen retten könnte. Lehrer haben wie die meisten ihrer Kollegen im Öffentlichen Dienst keine Einbußen hinzunehmen, das mag man ihnen gönnen. Aber das Argument, dass es mehr bedürfe als verkürzter Ferien, nämlich eines Gesamtkonzepts, um den Lernstoff nachzuholen – hm.

Rechtlich wäre die Durchsetzung gegen den Willen von Pädagogen und Eltern vermutlich höchst problematisch. Dazu wird es aber nicht kommen; der Vorschlag wurde an dem Tag zerredet, an dem er bekannt wurde. Er war einfach zu plausibel.

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