Als Diplomat kennt Zhang Junhui Deutschland schon seit vielen Jahren - in Bremen will er nun für die chinesische „One Belt One Road“-Initiative werben

Vermittler für die Seidenstraße

China möchte seine Handelsrouten erweitern und greift dabei auf ein altes Konzept zurück: die Seidenstraße. Mit der „One Belt One Road“-Initiative soll auch eine engere Verbindung von China und Europa entstehen.
26.03.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Lisa-Maria Röhling
Vermittler für die Seidenstraße

Zhang Junhui ist der Gesandte der chinesischen Botschaft in Deutschland.

Chinesische Botschaft Deutschland

China möchte seine Handelsrouten erweitern und greift dabei auf ein altes Konzept zurück: die Seidenstraße. Mit der „One Belt One Road“-Initiative soll auch eine engere Verbindung von China und Europa entstehen. Um dieses Konzept auch in Deutschland bekannt und vor allem verständlich zu machen, reist ein chinesischer Diplomat durch viele deutsche Städte und informiert: der Gesandte der chinesischen Botschaft in Deutschland, Zhang Junhui.

Zhang Junhui wurde 1963 in Schanghai geboren. Sein Studium absolvierte er zunächst in seiner Heimatstadt und trat danach dem chinesischen Außenministerium bei. Von dort zog es ihn allerdings direkt in die Ferne – nach Hamburg. An der dortigen Universität studierte er zwei Jahre lang internationale Politik und deutsche Philologie und bildete sich damit für seine Tätigkeit als Diplomat fort. In den darauffolgenden Jahren arbeitete er in unterschiedlichen Positionen für das chinesische Außenministerium und in den chinesischen Botschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seit 2016 ist er Gesandter der chinesischen Botschaft in Deutschland.

Als Gesandter arbeitet Zhang eng mit dem chinesischen Botschafter zusammen und setzt sich für gute Beziehungen zwischen China und Deutschland ein. Allerdings, so sagt er, sei bei der diplomatischen Praxis vor allem die Kenntnis des eigenen Landes entscheidend. „Man muss zuerst die eigenen Interessen gut kennen, um sie nach außen zu vertreten“, sagt Zhang. Wie wichtig das für ihn ist, zeigt eine seiner beruflichen Stationen, die eher ungewöhnlich für einen Diplomaten erscheint: Von 2013 bis 2016 war er stellvertretender Oberbürgermeister der Stadt Yichang, die in der Provinz Hubei im Westen des Landes liegt. „Das Erlebnis ist keine Unterbrechung, sondern wertvolle Erfahrung, die einem Diplomaten die Sicht erweitert und neue Anregungen gibt“, sagt Zhang. Außerdem habe er durch diese Tätigkeit auch sein Fachwissen und Erfahrungen an die einheimische Bevölkerung zurückgeben können.

Die Initiative, über die Zhang am Montag in Bremen spricht, hatte der chinesische Staatspräsident Xi Jinping kurz nach seinem Amtsantritt 2013 ins Leben gerufen. Mithilfe eines internationalen Infrastrukturnetzes, das sich über Zentralasien bis nach Europa erstrecken soll, sollen chinesische Regionen in den Grenzgebieten wirtschaftlich belebt werden. Das Ziel ist ein moderner Handelskorridor zwischen Asien und Europa – so wie es eben einst die Seidenstraße war. Genau dafür setzt sich Zhang Junhui ein.

Bremen besucht der Gesandte Zhang nicht zum ersten Mal: Während seines Studiums habe er schon einmal „das alte Rathaus sowie die Stadtmusikanten bewundert“, sagt er. Als schön und gemütlich habe er die Hansestadt in Erinnerung behalten.

Sein prägendster Eindruck von Deutschland gehe allerdings auf einen Moment in seiner Heimatstadt zurück, als 1984 das erste chinesische Kooperationsunternehmen mit Volkswagen in Schanghai aufgebaut wurde. „Ein Zeichen für die Reform- und Öffnungspolitik Chinas, die eine neue Seite der chinesischen Geschichte aufschlägt“, sagt Zhang. Für die Seidenstraße sei er eigentlich kein Experte, sagt er. Aber als Diplomat kennt er seine Heimat wohl so gut wie kein anderer.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+