Kommentar über Jogginghosen-Verbot

Viele Schulen haben drängendere Probleme

Eine Schule in Hannover wil Jogginghosen verbieten. Unsere Kommentatorin Alexandra Knief findet diese Reaktion übertrieben.
17.12.2019, 05:00
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Viele Schulen haben drängendere Probleme
Von Alexandra Knief
Viele Schulen haben drängendere Probleme

Jogginghosen sind bei vielen jungen Leuten sehr beliebt. Jetzt will ein Gymnasium in Hannover den Schlabber-Look verbieten.

Ole Spata/dpa

Karl Lagerfeld hatte zu ihnen eine klare Meinung: Wer in der Öffentlichkeit Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Einige Lehrer scheinen das ähnlich zu sehen: Eine Schule in Hannover will den Schlabberlook verbieten. Doch mit welcher Begründung?

Man denke zurück: Je tiefer die Baggy-Pants in den 2000er-Jahren hing, desto besser. In den 90ern war eine seitlich aufknöpfbare Polyesterhose das Must-have, in den 80ern galten bunte Leggings als chic, und in den 70ern war sowieso alles erlaubt. Und nun sorgt eine stinknormale Jogginghose für Ärger? Zugegeben, die Hosen galten einst als Kleidungsstück für Faulenzer und Hip-Hopper.

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Doch das hat längst nichts mehr mit der Realität zu tun. Jogginghosen sind – ähnlich wie die Jeans – im Alltag angekommen. Für Jugendliche ist es wichtig, einen eigenen Stil zu finden, sich von den Erwachsenen abzugrenzen – und sei es mithilfe einer Jogginghose. Das legt sich. Niemand muss Angst haben, dass heutige Schüler später im Trainingsanzug beim Vorstellungsgespräch sitzen, wenn man sie nicht rechtzeitig stoppt. Und mal ehrlich: An den meisten Schulen gibt es nun wirklich drängendere Probleme.

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