Viehhalter müssen mit Preisschwankungen leben und sich auf Veränderungen einstellen Vom Umgang mit der Milchkrise

Langwedel. „Bei Müllers haben es die Kühe besonders gut“ – darüber konnten sich Besucher zum Thema „Milch und Milchkrise“ bei einer von Bijanka Müller organisierten Veranstaltung inklusive Betriebsbesichtigung auf dem Rinderzuchtbetrieb ihrer Familie in Haberloh selbst ein Bild machen. Bijanka Müller kandidiert parteilos auf der Liste der CDU für die Gemeinderatswahl in Langwedel.
04.09.2016, 00:00
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Von FR

Langwedel. „Bei Müllers haben es die Kühe besonders gut“ – darüber konnten sich Besucher zum Thema „Milch und Milchkrise“ bei einer von Bijanka Müller organisierten Veranstaltung inklusive Betriebsbesichtigung auf dem Rinderzuchtbetrieb ihrer Familie in Haberloh selbst ein Bild machen. Bijanka Müller kandidiert parteilos auf der Liste der CDU für die Gemeinderatswahl in Langwedel. Mit dabei waren der Landtagsabgeordnete Adrian Mohr, Wilhelm Hogrefe als Kreistagsabgeordneter, Gemeinderatskandidaten der CDU für Langwedel sowie weitere interessierte Bürger.

Bijanka Müller führte in die Veranstaltung ein, stellte die Referenten vor und moderierte die Diskussion. Dabei berichteten Vertreter berufsständischer Organisationen der Landwirtschaft über die Hintergründe der aktuellen Milchkrise. Es stellte sich unter anderem heraus, das aufgrund der Globalisierung der Märkte die Milchlandwirte zunehmend, wie auch andere Produktionsbereiche der Landwirtschaft, von den Preisen auf den Weltmärkten abhängig sind.

Aufgrund der Biologie des Tieres ist eine schnelle Reaktion auf Hoch- und Niedrigpreisphasen über den Tierbestand nicht möglich. Beispielsweise benötigt ein Rind mindestens zwei Jahre Aufzuchtzeit, bis es in der Milchproduktion steht. Auf der anderen Seite ist eine schnelle Abstockung des Kuhbestandes in Niedrigpreisphasen und bei Mengenüberangebot wegen der erneuten Trächtigkeit der Kühe nicht möglich.

Zukünftig werden auch Milchviehalter mit Preisschwankungen leben und Maßnahmen ergreifen müssen, um in Niedrigpreisphasen zu überstehen. Auch ein bisher undenkbarer Preisverfall muss bei zukünftigen Planungen berücksichtigt werden. Außer Weltmarktpreisschwankungen können auch politische Entscheidungen, wie etwa das Russland-Embargo, die Weltmarktsituation verändern. Die EU startet in Kürze ein Maßnahmenprogramm zur Milchmengenregulierung, allerdings kann das keine Dauerlösung für Niedrigpreisphasen sein. Es bleibt abzuwarten, wie diese Maßnahmen auf dem Milchmarkt wirken werden.

Neben konkreten Fragen von Bijanka Müller, gerichtet an Wilhelm Hogrefe, welche Unterstützung der Kreistag den Landwirten geben kann sowie auf die Frage an Adrian Mohr, wie er die Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsminister Christian Meyer auf niedersächsischer Landesebene sieht, berichteten die Angesprochenen über ihre politische Arbeit. Bei der abschließenden Betriebsbesichtigung konnten sich die Besucher über Haltung und Tierwohl in einem Familienbetrieb informieren, der sich über die Jahre weiterentwickelt hat.

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