Kommentar über IS-Terroristinnen

Warum die neue Strategie des IS eine üble Masche ist

Die Terrortruppe IS entdeckt die Frauen - nicht etwa als gleichberechtigte Menschen, sondern als potenzielle Attentäterinnen. Das ist neu und gefährlich, meint unser Brüsseler Korrespondent Detlef Drewes.
14.06.2019, 17:08
Lesedauer: 1 Min
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Warum die neue Strategie des IS eine üble Masche ist
Von Detlef Drewes
Warum die neue Strategie des IS eine üble Masche ist

In Celle hat es bereits im Januar 2017 einen Prozess gegen eine IS-Unterstützerin gegeben - Sympathisantinnen auf dem Weg ins Oberlandesgericht.

Holger Hollemann / dpa

Die Terror-Experten der europäischen Polizeibehörde Europol haben zwei Botschaften. Zum einen sehen sie den sogenannten Islamischen Staat keineswegs am Ende, sondern an einem strategischen Neuanfang, an dem er Frauen aus seiner traditionellen Rolle als Mutter und/oder Sklavinnen entlässt und sie zu Kämpferinnen machen will.

Zum Zweiten enthält die Studie aus Den Haag die Warnung vor solchen Terroristinnen, die nun als Selbstmord-Attentäterinnen auf den Westen losgelassen werden könnten. Dort hat man zwar schon bittere Erfahrungen mit gewaltbereiten Frauen gemacht. Dass nun der IS den Kreis potenzieller Kämpferinnen für den Heiligen Krieg erweitert, ist neu und gefährlich.

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Auch, dass die Propaganda nicht in den Farben modernen Marketings daherkommt, sondern an andere Bedürfnisse appelliert: an ein Patriarchat, in dem die Frau ihre festgelegte Rolle hat, in dem sie von ihrem Mann behütet wird. Berichte über Frauen, die an der Seite von Männern für den Islamischen Staat kämpfen, gibt es seit Langem. Doch dass sie nun auch als Märtyrerinnen herhalten sollen, ist nicht weniger verachtenswert, als wenn es um Männer geht.

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