Kommentar über Corona-Auflagen

Die Menschen sind verunsichert

Die Länder schaffen es nicht, einheitliche Corona-Regeln festzulegen. Jüngstes Beispiel ist das Beherbergungsverbot. Die Menschen sind unsicher genug, sie brauchen diesen Wirrwarr nicht, meint Jürgen Hinrichs.
09.10.2020, 05:00
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Die Menschen sind verunsichert
Von Jürgen Hinrichs
Die Menschen sind verunsichert

Und wieder gibt es Beherbergungsverbot für Touristen aus Risikogebieten. Nach dem Corona-Ausbruch im Mai im Raum Gütersloh hatte Niedersachsen bereits solch ein Verbot erlassen, um unter anderem die Menschen an der Nordseeküste – hier der Pilsumer Leuchtturm in Krummhörn – zu schützen.

Hauke-Christian Dittrich /dpa

Die Herbstferien vor der Tür – und komplette Verwirrung: Was geht noch an Urlaub und was nicht mehr? Wohin reisen, wenn überall Corona ist? Das Ausland – längst gestrichen. Nicht schlimm, sagten die Ministerpräsidenten, es gibt doch schöne Ziele in Deutschland. Doch damit ist es nun auch schwierig geworden.

Beherbergungsverbot! Menschen, die in Corona-Hotspots leben, dürfen nur dann in anderen Bundesländern übernachten, wenn sie nachweisen können, nicht infiziert zu sein.

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Die Pandemie wird wieder richtig gefährlich, und dann geht es wahrscheinlich nicht anders, als neu an der Schraube zu drehen. Strengere Auflagen bis hin zu Reisebeschränkungen auch innerhalb Deutschlands sind ohne Alternative. Nur sollten sie stringent und nachvollziehbar sein. Ein Manko, seit das Virus da ist.

Föderalismus heißt Flickenteppich. Chaotisch muss es deswegen aber nicht zugehen. Thüringen zum Beispiel hält das Beherbergungsverbot für Unsinn. Bremen macht bisher auch nicht mit, Niedersachsen aber schon. Unstimmigkeiten auch bei der Ausgestaltung des Verbots. Die Menschen sind verunsichert, sie brauchen diesen Wirrwarr nicht.

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