Kommentar zum Pflege-Entlastungsgesetz

Weiter denken

Auch mit einem Pflege-Entlastungsgesetz besteht das Grundproblem, dass vielfach Rente und Erspartes nicht reichen, um die Pflege bezahlen zu können, weiter. Diskutiert werden muss daher über größere Reformschritte, meint Hans-Ulrich Brandt.
14.08.2019, 21:18
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Von Hans-Ulrich Brandt
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Mindestens drei Viertel aller Pflegebedürftigen werden von Familienmitgliedern oder Freunden betreut.

Mascha Brichta / dpa

Reiche zahlen mehr ein als Arme, Gesunde entlasten Kranke, Junge sorgen für Alte - auf diesem Umverteilungsprinzip basiert unsere Sozialversicherung. Die engste Form der Solidargemeinschaft ist aber sicherlich die Familie. Gerade bei der Pflege tragen Angehörige die Hauptlast. Mindestens Dreiviertel aller Pflegebedürftigen werden von Familienmitgliedern oder Freunden betreut. Diese Zuwendung verdient Anerkennung, bedeutet sie doch zeitliche und finanzielle Belastungen.

Ob jedoch ein Angehörigen-Entlastungsgesetz hilfreich ist, muss bezweifelt werden. So befürchten Kritiker, dass sich dadurch die Zahl derjenigen, die zur Finanzierung ihrer Pflege Sozialhilfe beantragen müssen, kaum ändert. Auch der Angehörigenschutz werde nur minimal verbessert.

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Das Grundproblem besteht also weiter, dass nämlich vielfach Rente und Erspartes nicht reichen, um die Pflege im Alter bezahlen zu können. Die Kosten müssen dann die Kommunen über die Sozialhilfe und letztlich die Steuerzahler übernehmen. Diskutiert werden muss daher über größere Reformschritte bis hin zur Pflegevollversicherung im Sachleistungsprinzip. Teuer, so viel ist klar, wird es allemal.

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