Bremen Weltwärts wirbt für Entwicklungsarbeit nach Studium oder Ausbildung

Bremen (vas). In fremde Kulturen eintauchen und einen nachhaltigen Beitrag dort leisten, wo er am nötigsten gebraucht wird – das sind die Ziele der „Weltwärts“-Teilnehmer. Wer noch nicht zu den rund 30 Abenteuerlustigen gehört, die jedes Jahr von Bremen nach Afrika, Asien, Osteuropa oder Lateinamerika fliegen, kann sich noch heute am letzten von drei Aktionstagen von 11 bis 15 Uhr bei einem Workshop im Haus der Wissenschaft informieren.
17.11.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von VANESSA SALBERT

In fremde Kulturen eintauchen und einen nachhaltigen Beitrag dort leisten, wo er am nötigsten gebraucht wird – das sind die Ziele der „Weltwärts“-Teilnehmer. Wer noch nicht zu den rund 30 Abenteuerlustigen gehört, die jedes Jahr von Bremen nach Afrika, Asien, Osteuropa oder Lateinamerika fliegen, kann sich noch heute am letzten von drei Aktionstagen von 11 bis 15 Uhr bei einem Workshop im Haus der Wissenschaft informieren.

„Als junger Mensch Entwicklungshilfe zu leisten, bereichert das Wissen und erweitert den Horizont“, sagt Schirmherr und SPD-Bürgerschaftsabgeordneter Elombo Bolayela. Wer nach Studium oder Ausbildung etwas erleben und sich fernab der Heimat sozial engagieren möchte, kann das mithilfe der Projektbörse in Angriff nehmen. Die Organisation Borda, die Agentur Econtur und der Sportgarten-Verein haben 2008 „Weltwärts“ Bremen gegründet. „Bei den Bewerbern legen wir viel Wert darauf, dass sie qualifiziert sind“, sagt Econtur-Geschäftsführer Fritz Heidorn. Von Vorteil sei ein Studium der Umwelt- oder Gesundheitswissenschaften.

„Aber auch Nicht-Akademiker haben eine Chance mitzumachen. Wir brauchen Fachkräfte, die eine technische Ausbildung haben, damit wir zum Beispiel sanitäre Anlagen bauen können.“ Geduld, Flexibilität und Respekt sind die Werte, hinter denen „Weltwärts“ steht. „Geduld, weil das einfach eine Eigenschaft ist, die ein Deutscher in Indien oder Afrika haben oder lernen muss, weil die Arbeitsweisen so unterschiedlich sind“, erzählt Heidorn. Flexibilität sei dann gefragt, wenn der Reisende sich schnell neuen Situationen anzupassen habe. Wer in ein Entwicklungsland reise, müsse sich darauf gefasst machen, mit extremer Armut, aber auch mit Kriminalität konfrontiert zu werden.

Florian Meichsner war mit „Weltwärts“ Bremen für knapp ein Jahr im südafrikanischen Durban und hat dort mit der Organisation Whizz Kids United in einer Klinik für HIV-infizierte Kinder und Jugendliche gearbeitet. „Mich hat der Auslandsaufenthalt sehr bereichert“, sagt der Berliner. „Heute sehe ich viele Dinge anders und weiß mein Leben in Deutschland noch mehr zu schätzen.“ Vor knapp zwei Jahren reiste der 28-Jährige nach Südafrika, um dort im Township den Ärmsten der Armen zu helfen. „Weltwärts“ zahlte ihm, wie jedem Teilnehmer, eine Aufwandsentschädigung und die Unterkunft. Sein schönstes Erlebnis: „An einem Tag im Winter, der in Durban bitterkalt sein kann, hat uns ein Sponsor 200 Decken geschenkt, die wir direkt an die Kinder und Jugendlichen, die teilweise verwaist auf der Straße leben, verteilten.“ Die Kleineren hätten sich sofort dankbar darin eingekuschelt, Ältere fingen vor Glück an zu weinen. „Das hat mich sehr bewegt“, sagt Meichsner.

Ulli Barde leitet den Sportgarten Bremen und arbeitet mit den „Weltwärts“-Teilnehmern derzeit an der Errichtung eines Sportgartens in Durban. „Wir haben uns dafür absichtlich einen Standort in einer armen Region ausgesucht, damit sich die Kinder dort aktiv beteiligen können“, berichtet Barde.

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