Bürgermeister Jens Böhrnsen zur Bundespräsidentenwahl

'Wir haben einen sehr fairen Wettstreit erlebt'

Bremen. Nach 30 Tagen endete seine Zeit als Stellvertreter des Bundespräsidenten. Hans-Ulrich Brandt sprach gestern Abend mit Jens Böhrnsen.
01.07.2010, 00:00
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'Wir haben einen sehr fairen Wettstreit erlebt'

Jens Böhrnsen

dpa

Bremen. Nach 30 Tagen endete seine Zeit als Stellvertreter des Bundespräsidenten. Hans-Ulrich Brandt sprach gestern Abend mit Jens Böhrnsen.

Ihr Kommentar zum Wahlmarathon?

Herzlichen Glückwunsch an Christian Wulff. Es war ein unerwartet langer Wahltag. Wir haben einen sehr fairen Wettstreit erlebt. Dieser Wettbewerb um das Amt des Bundespräsidenten hat der Demokratie insgesamt gutgetan.

Gut für die Demokratie, aber schlecht für Kanzlerin Angela Merkel?

Für mich ist wichtig, dass die Debatte, die in der Bevölkerung über die Kandidaten geführt worden ist, sich heute in der Abstimmung ein Stück weit widergespiegelt hat. Alle konnten sehen: Es geht nicht alles nur nach parteitaktischen oder strategischen Überlegungen. Das ist eine gute Voraussetzung dafür, dass der Gewählte dann auch ein Bundespräsident aller Bürgerinnen und Bürger werden kann. Und darum sollte es ja in erster Linie gehen - eine Regierung stützen, eine Regierung attackieren - das sollte nicht im Vordergrund stehen.

Sehen sie den neuen Bundespräsidenten durch die drei Wahlgänge beschädigt?

Die Koalitionsfraktionen werden sicherlich zu klären versuchen, wieso es im ersten Wahlgang so deutlich an der absoluten Mehrheit gefehlt hat. Aber das ist jetzt unmittelbar nach der Wahl für mich nicht das erste Thema. Wichtig ist, dass wir einen neuen Bundespräsidenten haben.

'Der Bundespräsident steht nicht außerhalb der Politik', haben Sie gesagt - also ist Wulff der Richtige?

Er ist ein politisch sehr erfahrener Mann. Ich glaube, er hat das Zeug dazu. Und mich freut besonders, dass Christian Wulff gleich nach der Wahl gesagt hat, er wolle seine programmatische Rede am 3. Oktober bei den Einheitsfeiern in Bremen halten. Darauf bin ich gespannt.

30 Tage lang waren sie Stellvertreter des zurückgetretenen Bundespräsidenten Horst Köhler. Sind Sie erleichtert, dass es nun vorbei ist?

Es war eine interessante und spannende Zeit mit prägenden Gesprächen und Staatsbesuchen. Ich habe diese Herausforderung gerne angenommen. Der Abschied von Horst Köhler hat mich tief beeindruckt.

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat Ihnen Dank und Respekt ausgesprochen. Sind Sie stolz?

Ich freue mich, dass über mich gesagt wird: Der hat das ganz ordentlich hingekriegt. Und das habe ich mehrfach gehört. Dafür bin ich dankbar.

'Ich bin durch das Amt kein Stück größer geworden', haben Sie gesagt. Aber doch auch keinesfalls kleiner...

Ich bin diese Herausforderung mit Freude aber auch sehr gelassen angegangen. Aber nun freue ich mich auch auf ein paar Tage Ferien.

Wäre ein solches Amt generell etwas für Sie, wenn es sich anböte?

Ich bin mit Herzblut und Leidenschaft nicht nur Bremer, sondern auch Bremer Bürgermeister. Und das möchte ich nach der nächsten Bürgerschaftswahl am 22. Mai im nächsten Jahr wieder sein.

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