Kommentar über Trumps Wahlkampfauftakt Zweite Staffel

Donald Trumps Anhänger stehen fest zu ihrem Präsidenten - aber eben nur sie. Deshalb können die Demokraten ihn in 17 Monaten auch schlagen, meint unser USA-Korrespondent Karl Doemens.
19.06.2019, 19:00
Lesedauer: 1 Min
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Zweite Staffel
Von Karl Doemens

Donald Trump bewirbt sich um den Wiedereinzug ins Weiße Haus. Und seine Anhänger fiebern der zweiten Staffel des Polit-Dramas um ihr mittlerweile 73-jähriges Idol entgegen. Dabei hat Trump von seinen Versprechen nur wenig eingelöst: Die Einwanderung aus dem Süden, die er mit einer Mauer stoppen wollte, erreicht gerade Rekordniveau.

Der Handelskrieg mit China schadet den amerikanischen Farmern. Im Nahen Osten droht ein Krieg, den der Isolationist unbedingt vermeiden wollte. Da wirkte das Selbstlob in Orlando befremdlich. Doch offenbar geht es seinen Anhängern weniger um Inhalte als um ein Zeichen: Trump ist ihr ausgestreckter Mittelfinger für das System, von dem sie sich ungerecht behandelt und marginalisiert fühlen.

Der Milliardär spielt den Rächer der Enterbten und inszeniert einen Kulturkampf. Solange die Wirtschaft gut läuft, scheint das zynische Illusionstheater zu verfangen. Doch Trump hat nie über seine eingeschworene rechte Basis hinaus gestrahlt. Die Demokraten müssen also neben ihren eigenen Anhängern möglichst viele Unentschlossene und Wechselwähler mobilisieren.

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