In Farge stehen weitere Veränderungen an / Feierstunde mit Rückschau und Ausblick

40. Geburtstag der Kläranlage

Vor 40 Jahren wurde das Klärwerk in Farge in Betrieb genommen. Ein Grund, inne zu halten und zurückzublicken. Hansewasser als Betreiberin der Anlage tat das gestern mit einer Feier auf dem Klärwerksgelände. Bei der Rückschau wurde deutlich, dass es fortwährend technische und bauliche Veränderungen in der Anlage gegeben hat und sich neue Herausforderungen für die Zukunft abzeichnen.
19.10.2013, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Sylvia Wörmke

Vor 40 Jahren wurde das Klärwerk in Farge in Betrieb genommen. Ein Grund, inne zu halten und zurückzublicken. Hansewasser als Betreiberin der Anlage tat das gestern mit einer Feier auf dem Klärwerksgelände. Bei der Rückschau wurde deutlich, dass es fortwährend technische und bauliche Veränderungen in der Anlage gegeben hat und sich neue Herausforderungen für die Zukunft abzeichnen.

„Verdammt lang her“ – Jörg Broll-Bickhardt zitierte einen Titel der Kölner Band Bap, um die Zeitspanne zu erfassen, die seit der Inbetriebnahme des Klärwerkes Farge vergangen ist: 40 Jahre. Der technische Geschäftsführer der Firma Hansewasser, die die Kläranlage 1999 aus kommunaler Hand übernommen hat, betonte bei der Feier zum 40. Geburtstag, „dass die Kläranlage noch älter werden soll“, denn: „Kanalnetze und Kläranlagen sind ein Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung und zum Gewässerschutz.“

Die Personen, die ihm zuhörten, haben oder hatten Bezug zum Klärwerk. Aus Hannover waren Vertreter des Planungsbüros PFI angereist, die damals für die Entwicklung zuständig waren. Ingenieure, frühere Mitarbeiter, Vertreter des Umweltbetriebes Bremen feierten den Geburtstag mit Grußworten, einem Imbiss und Rundgang über das Gelände.

Beziehung zum Klärwerk

Bei Raimund Meyer, inzwischen Bezirksleiter Stadtentwässerung, hat die Kläranlage eine ganz besondere Bedeutung. Es war unter dem damaligen Leiter Christof Steuer sein erstes Projekt im Bauamt Bremen-Nord, mit dem er betraut war. Auch Ortsamtsleiter Peter Nowack wies eine besondere Verbindung nach. Er erzählte, dass er mit seinem Bruder als Kind einen Ausflug auf die Baustelle gemacht habe. Sein Bruder fiel in „irgendeinen Schnodder“ und ging baden. Darum wurden ihm zu Hause die Ohren lang gezogen.

Nowack machte – abgesehen von dieser persönlichen Beziehung zum Klärwerk – in seinem Grußwort deutlich, „wie wichtig dass Klärwerk für uns ist, damit wir das Leben genießen können“. Er sprach von der großen technischen und kompetenten Leistung der Abwasserreinigung und fand auch die Erklärung, warum nicht die Inbetriebnahme, sondern nur das Richtfest für einen Umbau groß gefeiert worden ist. „Es gibt nie ein Ende der Bautätigkeit.“ Damit brachte er auf den Punkt, was der technische Geschäftsführer hatte anklingen lassen, als er von neuen Herausforderungen an die Abwasserreinigung sprach.

Broll-Bickhardt führte unter anderem die Diskussion über Arzneimittel im Abwasser und deren Auswirkungen auf die Umwelt an. Das könnte in einer vierten Reinigungsstufe des Abwassers münden. „Wir beobachten und diskutieren, bevor technisch umgerüstet wird“, meinte Jörg Broll-Bickhardt. Ob der Klärschlamm in Zukunft weiter zu 50 Prozent verbrannt und der Rest als Dünger auf landwirtschaftlichen Flächen aufgebracht wird, ist ein weiteres Zukunftsthema: „Der Trend geht Richtung Verbrennung. Wir müssen uns der Entwicklung stellen.“ Damit einher geht laut Broll-Bickhardt, wie Nährstoffinhalte wie Phosphor aus dem Klärschlamm herausgefiltert werden könnten. „Dünger wird ja benötigt.“

Auch klimaneutrale Maßnahmen, unter anderem die Erneuerung der Blockheizkraftwerke und die Mitwirkung am Programm der kommunalen Klima-Anpassungsstrategie (KLAS) zählte er auf, ehe Peter Schmellenkamp, Leiter Abwasserreinigung Hansewasser mit alten Fotos an den Bau der Kläranlage erinnerte.

Besonders betonte er, dass die Farger Anlage bei der Inbetriebnahme schon eine biologische Abwasserreinigung hatte. „Damit war sie anderen Stadtteilen weit voraus.“ Im Laufe der nächsten Jahre gab es eine Reihe von Umbauten und Weiterentwicklungen. Unter anderem wurden Becken erneuert oder erhöht, eine Photovoltaikanlage angeschafft, ein Blockheizkraftwerk gebaut. Ein weiteres ist in Planung. Schmellenkamp fasste zusammen: „Es gab große Bauabschnitte und viele Erneuerungen.“ Georg Grunwald, Umweltbetrieb Bremen: „Auch in Zukunft wird es Veränderungen geben. Es bleibt spannend.“

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